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15.11.2006

Falsches Spiel mit Sondra

Falsches Spiel mit Sondra

Seit ein paar Filmen arbeitet Woody Allen mit Scarlett Johansson ("Lost in Translation") zusammen. In einem Interview meinte der Altmeister der Groteske, sie habe einfach alles, was man brauche, sie sei schön, sexy, klug, witzig, unterhaltsam und angenehm in der Zusammenarbeit. Am 16. November kommt Allens neuester Streich mit Johansson in die Kinos, die Kriminalkomödie "Scoop". Und wie es sich für ihn gehört, beweist er auch bei der Auswahl der Musik Geschmack und setzt mit Finesse berühmte klassische Melodien von Johann Strauß bis Edward Grieg als Stimmungslenkung für seine Bilder ein.

Eine rundum pfiffige Geschichte. Am Anfang steht der Tod eines von seinen Kollegen hochverehrten Journalisten namens Joe Strombel, der es nicht geschafft hat, seinen letzten großen Knüller zu enthüllen. Da er aber offenbar eine hartnäckige Natur ist, versucht er quasi aus dem Jenseits die Geschichte noch zu Ende zu führen. Sein Medium ist die junge Journalistenschülerin Sondra Pranski (Scarlett Johansson) aus Amerika, die in London zu Besuch gerade schlechte Erfahrungen mit ihrem ersten vollkommen misslungenem Interview machte. In einer Show des Zauberers Sid Waterman (Woody Allen), die sie sich zur Zerstreuung ansieht, erscheint ihr der untote Strombel und bringt sie bald auf die Fährte des ominösen Tarotkartenkillers, der in der englischen Metropole sein Unwesen treibt. Offenbar handelt es sich um einen charmanten Womanizer aus adeligem Hause names Peter Lyman (Hugh Jackman). Sondra, die sich mit Sid angefreundet hat, überredet den Zauberer als ihr Vater aufzutreten und schafft es durch eine geschickt eingefädelte Rettungsaktion, die Aufmerksamkeit Lymans zu erregen. Der Lord lädt die beiden zu einer Gartenparty ein und es passiert, was nicht sein darf: Die junge Frau verliebt sich in den vermeintlichen Übertäter. Durch diese Konstellation allerdings wird der Plot erst richtig pikant. Sondra spielt eine doppelte Rolle und entdeckt, nachdem Sid von Strombel während einer Zaubershow die Zahlenkombination für den Safe seiner Lordschaft zugespielt worden war, einen Stapel Tarotkarten in dessen Allerheiligstem.

Die Schuld scheint bewiesen, als die beiden zufällig beobachten, wie Lyman in eine Straße einbiegt und wenig später dort eine von dem Tarotkartenkiller ermordete Prostituierte gefunden wird. Es scheint zum Eklat zu kommen, als plötzlich die Polizei einen Verdächtigen festnimmt, der ein Geständnis ablegt. Da Lyman nun auch noch ein Alibi vorweist, löst sich zunächst alles in Wohlgefallen auf. Sondra und ihre Lordschaft lassen der Liebe freien Lauf und fahren gemeinsam auf den Landsitz. Nur Sid bleibt skeptisch, öffnet noch einmal den Safe und findet einen Schlüssel - der in das Schloss der Wohnung der ermordeten Prostituierten passt. Es bleibt spannend und damit auch die Musik zu dieser Kriminalkomödie passt, hat Woody Allen diesmal tief in die Hitkiste der romantischen Klassik gegriffen. Man hört Teile aus Tschaikowskys Ballettsuiten "Schwanensee" und "Nussknacker", außerdem aus Griegs "Peer Gynt Suite". Für die tändelnd amüsanten Szenen greift "Scoop" auf Johann Strauß und dessen "Annen-Polka" und "Tritsch-Tratsch-Polka" zurück. Tempo vermittelt Khachaturians "Säbeltanz" und abgerundet wird das musikalische Bouquet durch mehrere lateinamerikanische Melodien, unter anderem den "Miami Beach Rhumba", gespielt vom Orchester Xavier Cugat und drei Kompositionen, die unter der Leitung von Lester Lanin verwirklicht wurden. Alles in allem also eine wunderbar runde Sache, der Film wie auch der dazu gehörige Soundtrack.