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30.08.2006

Die Welt hinter dem Wasser

Die Welt hinter dem Wasser

Meerjungfrauen begegnet man nicht alle Tage. Dementsprechend verwirrt ist auch der Hausmeister eines Appartementblocks, als er im Pool der Anlage einem solchen Fabelwesen über den Weg läuft. Für Spannung jedenfalls ist bald gesorgt, denn hinter der Verfilmung von "Das Mädchen aus dem Wasser" ("Lady In The Water") steht M. Night Shyamalan, der bereits mit Kinowerken wie "The Sixth Sense" und "Signs - Zeichen" für Fantasy-Grusel sorgte. Und damit auch die Musik nicht zu kurz kommt, engagierte er mit James Newton Howard ("King Kong", "Hidalgo", "Pretty Woman") einen weiteren Spezialisten seines Fachs.

Für Clevelend Heep (Paul Giamatti) ist es ein Tag wie jeder andere. Als Hausmeister eines Wohnblocks muss er sich mit den kleinen Zipperlein seiner Arbeitgeber herumschlagen, was ihm auch gelingt, ohne groß aufzufallen. Als er jedoch am Abend seine Runde macht, bemerkt er etwas Seltsames im Pool der Anlage. Dort schwimmt ein Mädchen, eine geheimnisvolle junge Frau, die wie er selbst versucht, möglichst unauffällig zu sein, allerdings, wie sich bald herausstellt, in den Gängen unter dem Swimming Pool haust. Er "rettet" sie aus dem Wasser, ist fasziniert von der Gestalt und verliebt sich schnell in die Unbekannte mit dem Namen Story (Brice Dallas Howard). Außerdem findet er heraus, dass sie offenbar aus einer anderen Welt stammt. Das Mädchen aus dem Wasser ist ein Fabelwesen, eine "Narf", und sie hat offenbar Feinde, die nicht nur verhindern wollen, dass sie in ihre Welt zurückkehrt, sondern darüber hinaus auch eine Gefahr für die Menschen darstellen. Nun ist Gemeinsinn gefragt. Cleveland muss sich seiner eigenen Kräfte besinnen und darüber hinaus die Bewohner des Appartmentblocks dazu bringen, ihm zu helfen. Es stellt sich bald heraus, dass seine Möglichkeiten allein nicht genügen, um die Mächte der Finsternis zu bezwingen. Die Stärke aber bekommen er und die Bewohner zum einen durch Storys Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, aber auch durch die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, die sie dem Bösen etwas entgegensetzen lässt. So steht schließlich der finale Kampf ins Haus, oder besser ins Pool, der von Shyamalan in gewohnter Perfektion inszeniert wurde.
 
Für James Newton Howard wiederum gehörte "Lady In The Water" zu den angenehmen Herausforderungen, für einen Film, der selbst bereits dichte Emotionen hervorruft, einen passenden musikalischen Rahmen zu schaffen. Er ist einer der versiertesten Profis des Soundtrack-Business. Geboren in Los Angeles, sozialisiert als Popmusiker in den Siebzigern, wo er unter anderem mit Kollegen wie Elton John, Rod Stewart oder der Rockband Toto zusammenarbeitete, schaffte er 1986 mit "Head Office" den Einstieg in die Filmmusik-Szene und hat seitdem mit seiner Klangphantasie Filme von "Pretty Woman" (1990) und "Waterworld" (1995) bis "The Sixth Sense" (1999), "Hidalgo" (2004) oder "Batman Begins" (2005) und "King Kong" (2005) unterstützt. Und auch für "Lady In The Water" gelang ihm das passende Zusammenspiel von Pathos und Rücknahme, Emotion und Abstraktion, Romantik und Spannung. Als Bonus obendrauf sind dem Soundtrack außerdem vier Coverversionen von Songs von Meister Bob Dylan beigefügt, umgesetzt von A Whisper In The Noise, Amanda Ghost und Silvertide. Großes Kino.