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09.08.2006

Triers Pläne

Triers Pläne

Inzwischen wurde kräftig gemunkelt in Bayreuth. Der Dorst-"Ring" wurde besichtigt und von manchen für zu leicht befunden. Sei's drum, es hätte ja auch ganz anders kommen können. Denn ursprünglich war der dänischen Regisseur Lars von Trier dafür ausersehen, sich mit der Neudeutung des Wagnerschen Meisterwerkes zu beschäftigen. Doch er hatte das Handtuch geschmissen, nach zwei Jahren Arbeit, weil ihm die Aufgabe zu gewaltig erschienen war.

Wie allerdings seine Pläne einerseits und Vorbehalte andererseits genau ausgesehen hatten, war bislang nicht verlautet. Nun hat Lars von Trier sein Scheitern öffentlich gemacht und seine ursprünglichen Pläne für die "Ring"-Aufführung vorgestellt. "Nach zwei Jahren Arbeit an der nun abgesagten "Ring"-Inszenierung in Bayreuth fühle ich mich dazu berufen, eine Art Abtretungsurkunde auszuarbeiten, in der ich einige (finde ich) fruchtbare Gedanken und Ergebnisse präsentiere, zu denen ich u. a. in Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Karl Juliusson gelangt bin", heißt es in einem Essay auf der Website seiner Filmfirma zentropa. Es wäre eine finstere Sache geworden, nach den anno 1876 nicht verwirklichbaren Plänen der Uraufführung konzipiert. "Bereicherte Dunkelheit", wie es der verhinderte Bayreuther selbst bezeichnet, mit einem Lichtfaktor von zum Teil nur 5 Prozent. Es wäre wahrscheinlich auch sehr spannend geworden, doch in von Triers Sinne nicht wirklich umsetzbar: "Ich behaupte nicht, dass es unmöglich gewesen wäre,", heißt es in dem essay weiter, "doch durch meinen krankhaften Drang zum Perfektionismus (der mich unter anderem seit vielen Jahren daran gehindert hat, in meinen Filmen im voraus bereits technisch definierte Bilder zu verwenden, also geplante Kameraeinstellungen) wäre es die Hölle geworden." Uff! (Infos: www.zentropa.dk)