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04.01.2006

Ein gutes Neues!

Ein gutes Neues!

Es wurde ein Treffen auf höchstem Niveau. Und das nicht nur musikalisch, denn auch im Saal hatte sich die internationale Prominenz eingefunden. Neben dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gaben sich dessen deutsche Amtskollegin Angela Merkel, der slowenische Regierungschef Janez Jansa und der Vizepräsident der europäischen Kommission Günther Verheugen im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins die Ehre. So wurde es für den lettischen Pultstar Mariss Jansons eine rundum gelungene Premiere des Neujahrskonzerts, die noch dazu von weit mehr Menschen im Fernsehen mitverfolgt wurde, als im vorangegangenen Jahr.

Es ist eines der wichtigsten Kulturereignisse im Wiener Veranstaltungskalender. Die Tradition des Neujahrskonzertes reicht weit zurück, genau genommen bis 1873, als der Walzerkönig Johann Strauß persönlich die Wiener Philharmoniker dirigierte. Damals wurde eine Liaison zwischen Unterhaltung und Anspruch geschlossen, an der seitdem trotz einiger Unterbrechungen kontinuierlich festgehalten wurde. Zunächst waren es Arthur Nickisch und Felix von Weingarten, die in unregelmäßigen Abständen immer wieder Werke des beliebten Wiener Komponisten und seines Kreises anstimmten. Im Jahr 1939 schließlich dirigierte der Richard Strauss-Spezialist Clemens Krauss zum ersten Mal ein Programm mit Kompositionen des anderen Strauß am Silvesterabend. Dieses Ereignis gilt bis heute als der inoffizielle Start der Neujahrskonzerte. Wer es allerdings ganz genau nimmt, kann auch den 1.Januar 1941 als Premiere ansetzen, als die Veranstaltung erstmals am Neujahrstag über die Bühne ging. Fest steht jedenfalls, dass beide Ereignisse auch die Fortsetzung einer 1929 in Salzburg ins Leben gerufenen Tradition darstellten, mit der Clemens Krauss den Walzerkönig ehrte. Und es gilt seit Beginn als eine Auszeichnung für jeden Dirigenten, zu diesem Kulturereignis an die Spitze des Wiener Philharmoniker geladen zu werden, nicht zuletzt wegen der ungeheuren Breitenwirkung die das Neujahrskonzert durch die weltweite Ausstrahlung im Fernsehen entfaltet.

Am 1. Januar 2006 waren international 60 Länder live dabei, von Sambia bis Mexiko und dem Kaukasus bis nach Bolivien. Allein die Übertragungen von ORF und ZDF sahen schon 2,89 Millionen Zuschauer, eine beachtliche Steigerung zum Tsunami-geschüttelten Vorjahr mit 2,56 Millionen Klassikfreunden an den Fernsehern. Neben dem eigentlichen Konzert wurde in der Pause ein eigenes zum Mozartjahr produzierter Kurzfilm von Georg Riha über die Wirkungsstätten des Salzburger Komponisten gezeigt. Der "Frühlingsstimmen-Walzer" wurde mit stimmungsvollen Landschaftsbildern ergänzt und zur "Neuen Pizzicato-Polka" und dem Walzer "Du und Du" konnten von John Neumeier choreographierte Ballett-Einlagen bewundert werden. Der eigentliche Star des Tages aber war der lettische Dirigent Mariss Jansons (*1943), der sonst in seiner Funktion als Leiter des Concertgebouw Orchesters und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks der klassischen Musikszene ein Begriff ist. Er präsentierte sich als fröhlicher und begeisterter Maestro, der sein hochmotiviertes Orchester mitzureißen verstand. Auf dem Programm standen unter anderem Johann Straußens "Diplomaten-Polka", "Lob der Frauen", "Künstlerleben", der "Zigeunerbaron-Einzugsmarsch", die "Furioso-Polka", und der "Lagunen-Walzer", natürlich die traditionelle Zugaben "An der schönen blauen Donau" und der "Radetzky-Marsch" von Vater Strauß, aber auch Joseph Lanners "Die Mozartisten" und als Hommage an das Mozartjahr die Ouvertüre zu "Die Hochzeit des Figaro".

Und ebenfalls bereits in traditioneller Perfektion wird die Aufnahme des Neujahrskonzertes bereits kurz nach dem musikalischen Ereignis vom 6. Januar 2006 an als Doppel-CD in den Läden stehen. Wer darüber hinaus die Bilder und den opulenten mehrkanaligen Sound dazu genießen will, kann ab 13. Januar zugreifen. Von diesem Tag an wird das Neujahrskonzert auch als DVD erhältlich sein.