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23.09.2005
Fritz Wunderlich

Die legendäre Stimme

Fritz Wunderlich, Die legendäre Stimme

Am 26. September wäre Fritz Wunderlich 75 Jahre alt geworden. Der vor vierzig Jahren bei einem tragischen Unfall gestorbene Sänger und Schauspieler zählt aufgrund seines enormen Stimmumfangs und einzigartigen Timbres bis heute zu den bedeutendsten lyrischen Tenören seiner Generation. Die Deutsche Grammophon widmet ihm daher aus Anlass des Jubiläums eine limitierte CD/DVD-Box "The Magic Of Wunderlich" und präsentiert ihn außerdem auf DVD in der berühmten Aufführung von Rossinis "Barbier von Sevilla", die am 25. Dezember 1959 in der Bayerischen Staatsoper gezeigt wurde.

Friedrich Karl Otto Wunderlich war ein Naturtalent. Im pfälzischen Kusel als Sohn eines Kapellmeisters und einer Geigerin geboren, wurde er von Kindesbeinen an musikalisch gefördert. An der Freiburger Musikhochschule, wo er von 1950 bis 1955 studierte, kam über seine Lehrerin Margarethe von Winterfeldt mit der Alten Musik und den Kompositionen des Barocks zusammen. Seit seinem Debüt 1955 in Stuttgart als Tamino in der "Zauberflöte" wurde er zunächst als Opernsänger bekannt und mit Belmonte, Graf Almaviva, Alfredo, Lesnki oder Palestrina assoziiert. Wunderlich schaffte spielend den Einstieg in die italienische Oper, sang Geistliches von Johann Sebastian Bach ebenso souverän wie Zeitgenössisches von Carl Orff und Werner Egk. Er wurde zum Dauergast an der Wiener Oper, dem Covent Garden, der Städtischen Oper Berlin, debütierte 1959 bei den Salzburger Festspielen und gehörte von 1960 an zwei Jahre lang dem Ensemble der Münchner Oper an, bevor er in der Spielzeit 1963/4 fest an die Wiener Staatsoper verpflichtet wurde.

Vielfältig begabt schaffte er es außerdem, sich als ausdrucksstarker Liedsänger in den Konzertsälen zu etablieren. Die Zusammenstellung "The Magic Of Wunderlich" kann daher auf umfassendes Quellenmaterial zurückgreifen. Sie stellt den Sänger vor allem in seinen Opernrollen mit Arien von Verdi und Puccini über Lortzing und Kálmán bis Bizet vor und kombiniert dieses Repertoire außerdem mit populären Melodien etwa von Robert Stolz, aber auch mit Orchesterliedern von Richard Strauss, wobei rund 20 Minuten dieses Programmes bislang nicht veröffentlicht waren. Darüber hinaus kann man Wunderlich auf DVD mit Ausschnitten aus Rossinis "Barbier von Sevilla" und Tschaikowskys "Eugen Onegin" erleben, die 1959 und 1962 in München entstanden. Ergänzt um ein umfangreiches Booklet ist "The Magic Of Wunderlich" eine opulente Hommage an den Star des deutschen Opernhimmels, dessen musikalische Brillanz bis heute unerreicht ist.