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01.07.2005

Sound-Giganten

Sound-Giganten

Das Schöne an der Technik ist, dass sie immer wieder Überraschungen zu bieten hat. Als beispielsweise die Langspielplatte erfunden wurde, jubilierten die Musiker, dass sie nun endlich Kompositionen auch in voller Länge archivieren konnten. Als die Akustiker herausbekamen, wie man zwei Kanäle so splitten kann, das ein relativ authentisches Raumgefühl entsteht, warf die Stereo-Technologie wiederum alle bisherigen ästhetischen Vorstellungen über den Haufen. Nun ist ein nächster Schritt des Hörerlebnisses erreicht, der Rundumklang, der mit Hilfe der SACD als Medium die Wohnzimmer erobert.

Da ist zunächst das Klangerlebnis als solches. Mit fünf Kanälen und einem Bassweg lassen sich zahlreiche akustische Phänomene in verblüffender Reinheit abbilden. Wer immer auch sich einmal in einen Raum mit einer 5.1 Surround-Anlage gesetzt und beispielsweise ein großes Orchester sich angehört hat, wird verblüfft über das Resultat der Aufnahmen gewesen sein. So sind einzelne Instrumente eindeutig zu lokalisieren, die Klangverhältnisse untereinander unterscheiden sich deutlich von den weniger plastischen Gewohnheiten des Stereo-Systems. Solisten sind an ihrem Platz wieder zu erkennen, man kann sogar die einzelnen speziellen Schwingungen etwa eines Konzertflügels räumlich identifizieren. Das wiederum bedeutet, das sich der Hörer in der Position eines Dirigenten befindet und quasi mit dessen Ohren die Entwicklungen im Orchester nach verfolgen kann. Im Unterschied zum Stereo, das in etwa dem Platz in den Sitzreihen eines Konzertes entspricht, ist man nun Teil des musikalischen Geschehens selbst. Das gilt in besonderem Maße für die Aufnahmen, die gleich unter der Maßgabe der Mehrkanaltechnik gemacht wurden. Darüber hinaus ist es aber möglich, auch ursprünglich in Stereo archivierte Dokumente für den Surround-Klang nutzbar zu machen. Voraussetzung ist das Vorhandensein der originalen, im Mehrspurverfahren aufgenommenen Masterbänder, von denen aus die Lautstärkeverhältnisse und raumakustischen Verteilungen neu zugewiesen werden können.

Und deshalb ist es auch möglich, Klassiker des Repertoires im umgewandelten Klanggewand zu präsentieren. Als erfolgreichste Serie dieser SACD-Veröffentlichungen - die übrigens auch auf jedem normalen CD-Player durch eine zweite Schicht auf dem Tonträger in gewohntem Stereo-Format abgespielt werden können - hat sich die eloquence-Reihe herausgestellt. Für diesen Sommer wurden daher bewährte und großartige Aufnahmen für den Surround-Klang reeditiert. Darunter sind Vivaldis "Vier Jahreszeiten / Violinkonzerte" mit I Musici und Federico Agostini als Solist an der Geige, die großartige Einspielung von Händels "Feuerwerksmusik / Wassermusik Suiten Nr.1-3" der Academy of St Martin in the Fields unter der Leitung von Sir Neville Marriner, Griegs "Peer Gynt-Suiten" und Sibelius' "Karelia Suite" mit den Göteburger Symphonikern unter Neeme Järvi, Smetanas "Moldau" und Dvoraks "Aus der neuen Welt" mit dem Cleveland Orchestra unter Christoph von Dohnányi und nicht zuletzt das Doppel mit Bizets "Carmen-Suiten" und Ravels "Bolero", das vom Orchestre de Paris unter Semyon Bychkov eingespielt wurde. Fünfmal ein Fest für die Ohren mit großen Aufnahmen aus dem Fundus der Decca, Philips und Deutschen Grammophon.