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08.07.2005
Fritz Wunderlich

Der Unsterbliche

Fritz Wunderlich, Der Unsterbliche

Er war einer der größten Sänger des vergangenen Jahrhunderts. Seine Stimme faszinierte die Menschen, weil er sich auch bei komplizierten Passagen eine verblüffende Natürlichkeit im Ausdruck bewahren konnte. Fritz Wunderlich wäre wohlmöglich zum wichtigsten Tenor und Liedsänger überhaupt avanciert, hätte das Schicksal es nicht anders gewollt. Kurz vor seinem 36. Geburtstag stürzte er 1966 so unglücklich eine Treppe hinab, dass er daran starb. Sein Vermächtnis auf Tonbändern liegt nun in der bislang umfassendsten Edition der Deutschen Grammophon vor. Sie ist in der Reihe Original Masters unter dem Titel The Art Of Fritz Wunderlich erschienen und dokumentiert auf 7 CDs ein epochales Werk eines unvergleichlichen Künstlers.

Fritz Wunderlich hatte das Talent, selbst Kleinigkeiten noch großartig klingen zu lassen. Aufgrund seines enormen Stimmumfangs und einmaligen, natürlichen Timbres galt er als der wichtigste deutsche Tenor seiner Generation. Als Sohn eines Dirigenten und einer Geigerin 1930 in Kusel geboren, lernte er zunächst Horn und leitete zum Broterwerb ein Tanzorchester. Währenddessen studierte er jedoch Gesang bei Margarete von Winterfeld in Freiburg und macht sich schnell einen Namen als beachtliches Talent. Wunderlich debütiert 1955 in Stuttgart als Tamino ("Die Zauberflöte"), die Rolle, die er auch als seine letzte in Edinburgh kurz vor seinem tödlichen Unfall im September 1966 sang. Noch keine 30 Jahre alt, war er bereits Stargast in Salzburg und konnte als künstlerische Sicherheit auf ein festes Engagement an der Münchner Oper zurückgreifen. Er sang in Aix-en Provence und an der Wiener Oper, in Covent Garden und an der Städtischen Oper Berlin. Sein Repertoire wuchs schnell und stetig, zu den Bühnenauftritten gesellten sich nach seiner Ernennung zum Kammersänger 1962 auch zahlreiche Liederabende. Er war Profi durch und durch, mit allen Vorteilen, die dieser Status hatte.

Und deshalb kann die Zusammenstellung der Original Masters auch auf ein erstaunliches Repertoire zurückgreifen. Da sind zunächst verschiedene Passagen von Johann Sebastian Bach, etwa aus dem "Osteroratorium BWV 249", der "Matthäus-Passion BWV 244" oder auch dem "Magnificat BWV 243", die zwischen 1958 und 1965 mit seinen Stuttgarter Kollegen entstanden. Mehrere Ausschnitte aus Mozart-Opern wie der "Zauberflöte" und der "Entführung aus dem Serail" präsentieren ihn neben den geistlichen Interpretationen als Souverän des leichten Fachs, der einen heiteren Belmonte oder einen verzückten Tamino darstellen konnte. Weiter Opernarien bringen Wunderlich mit Händel und Gluck, Monteverdi und Maillart, Kreutzer und Lortzing, Bizet und Bellini, Verdi und Rossini zusammen. Großartig und noch immer maßgeblich sind seine Liedprogramme mit Werken von Schumann, Schubert und Beethoven. Aber auch der populäre Wunderlich ist vertreten mit Wiener Liedern und einer Sammlung von Hits des Opern- und Operettenrepertories. So ist The Art of Fritz Wunderlich ein Kompendium, das umfassend einen herausragenden Künstler ehrt.