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15.04.2005

Prinzessin W

Prinzessin W

Hayley Westenras Stimme ist ein Geschenk. Sie macht Menschen glücklich, verhilft ihnen zu Minuten und Stunden der Harmonie und Sorglosigkeit. Ein Schwenk in das Publikum des Westpac St James Theatre in Wellington genügt, um nachvollziehen zu können, warum die junge Sängerin aus Neuseeland in ihrer Heimat bereits ein Star ist und inzwischen den Rest der Welt zu begeistern beginnt. Denn dort sitzen Zuhörer aller Generationen von der Großmutter bis zur Enkelin im Saal und haben Teil an einer Klangreise, die von der Reinheit einer engelsgleichen Stimme geprägt wird. Und vom Charme eines Mädchens, das Live auf der Bühne wie auch in den Interviews der Bonus-Features der DVD durch ihrer Natürlichkeit und Unmittelbarkeit überzeugt.

Die Hobbits haben sich inzwischen aus den neuseeländischen Hügeln und Bergen zurückgezogen. Doch einiges ist geblieben vom "Herrn der Ringe", der zu großen Teilen in den Landschaften der faszinierenden Insel unweit von Australien gedreht wurde. Nicht nur der Stolz, der die Menschen erfüllt, wenn sie die Panoramen ihrer Heimat auf der Leinwand wieder erkennen, sondern auch die Musik des weltweiten Kinokassenschlagers gehört inzwischen zum Kulturgut des Landes. Deshalb nimmt auch die bekannteste junge Sängerin Neuseelands Hayley Westenra eine Melodie des opulenten Streifens in ihr Konzertprogramm auf und stimmt Enjas "May It Be" unter allgemeiner Begeisterung an. Überhaupt ist ihr Repertoire von Vielseitigkeit bestimmt. Da hat es einen Hit von Kate Bush ebenso wie einen Song der Jazz-Vokalistin Joni Mitchell, eine Bearbeitung von Heitor Villa-Lobos "Bachianas Brasileiras Nr.5" oder Klangimpressionen von Carl Orff bis Johann Sebastian Bach. Westenra macht in dieser Hinsicht wenig Unterschiede, denn wichtig ist vor allem, das ihr die Musik gefällt. Dann kann sie sie vermitteln und mit aller Freude an das Publikum weitergeben. Und das wiederum weiß diese Ungezwungenheit und Offenheit zu schätzen und feiert die Sängerin bei ihrer opulenten Show im vergangenen August in Wellington mit allem Nachdruck.

Hayley Westenra ist Jahrgang 1987 und sie kann bereits auf eine Karriere zurückblicken, die reichlich Glanzlichter zu bieten hat. Alles fing an, als das sechsjährige Mädel in ihrer Heimatstadt Christchurch bei einem Weihnachtskonzert auftreten durfte. Es machte ihm derart Spaß zu singen und das Publikum applaudierte so lang und warmherzig, dass die Kleine motiviert war, auch über diesen Anlass hinaus zu singen. Tatsächlich war ihre Stimme außergewöhnlich klar und rein. Ein paar Jahre später bereits flogen die Dollars nur so in den Hut, als Hayley sich mit ihren Geschwistern in die Fußgängerzone von Christchurch stellte und Straßenmusik machte. Alle rundherum waren begeistert und so wurde aus dem Hobby eine Berufung. Die Zwölfjährige kratzte ihre verdienten Geldstücke zusammen und nahm ein Demo auf. Die Familie werkelte rund um die Uhr an der Promotion, 1000 Stück wurden gepresst und an lokale Sender, Journalisten, TV-Stationen geschickt. Tatsächlich setzte der Erfolg bald ein. Hayley wurde von der Universal in Neuseeland unter Vertrag genommen, ihre ersten beiden Alben verkauften sich auf der Insel und in England im Handumdrehen 1,2 Millionen Mal. Aus dem Familiending war Business geworden und so ging es zügig weiter nach oben. Hayley Westenra wurde ins Ausland geschickt, bekam eine Ausbildung bei Dame Malvina Major zugedacht und wurde um die Welt geflogen. Bald sah und hörte man sie auf Bühnen wie der Carnegie Hall oder dem Sydney Opera House an der Seite von berühmten Kollegen wie José Carreras und Bryn Terfel. Und so ist sie bereits als Teenager Profi genug, um Konzerte zu bestreiten, von denen andere Künstler nur träumen können. "A star is born", konnte man in Zeitungen von New York bis Neuseeland lesen. Ein Konzert wie das von Wellington macht klar, warum Kritiker und Publikum dieser Meinung sind.