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04.03.2005

Spanisches Duo

Spanisches Duo

Hört man Pepe Romero, möchte man meinen, es gäbe nichts Einfacheres, als Gitarre zu spielen. Mit wunderbarer Leichtigkeit gehen ihm selbst die kompliziertesten Läufe von der Hand. Geschmackvoll weiß er das Gleichgewicht zwischen leidenschaftlichem Ausdruck und analytischer Distanz zu halten, ein Souverän des Instruments, dem man bei jedem Ton die Erfahrung anhört, mit der er die Untiefen der Konvention umschifft. Kein Wunder, dass namhafte Komponisten wie Joaquin Rodrigo für ihn geschrieben haben.

Die Sterne standen gut für Pepe Romero. Am 8. März 1944 im spanischen Malaga geboren, war er von Kindesbeinen an mit Musik umgeben. Sein Vater war der Komponist, Musikprofessor und Konzertgitarrist Celedonio Romero, der ihn nach besten Möglichkeiten förderte. Das führte dazu, dass der Junge vom zweiten Lebensjahr an wie seine Brüder Celin und Angel am Instrument unterrichtet wurde und, da in besonderem Maße begabt, bereits als Siebenjähriger in einem der Konzerte seines Vaters im Teatro Lope de Vega in Sevilla debütierte. Internationale Erfolge feierte er zunächst im Rahmen des um 1968 gegründeten Familienquartetts "Los Romeros". Die Presse titulierte sie als "königliche Familie der Gitarre", das Publikum strömte in Scharen zu den Konzerten. Seit den Siebzigern trat Pepe Romero zunehmend auch als Solist in Erscheinung, pflegte ein umfassendes Repertoire von Flamenco bis zur lateinamerikanischen Klassik und gab seine Erfahrungen als Leiter der Gitarrenklasse der University of South Carolina an seine Meisterschüler weiter. In diesen Jahren setzten auch die Aufnahmen für die Philips ein, die die reichhaltige Basis für die Zusammenstellung The Art Of Pepe Romero bilden. Klassiker der Konzertliteratur sind enthalten, wie Rodrigos "Concerto de Aranjuez", ausgesuchte Stücke von Heitor Villa-Lobos oder auch die anonyme "Romance", die 1952 für den Soundtrack von René Cléments "Jeux Interdits" geschrieben worden war. Darüber hinaus aber sind auch selten gespielte Werke dabei wie Julian Arcas Variation über "La Traviata" oder auch Transkriptionen von Vivaldis "Concerto in D-Dur RV 93" oder Isaac Albeniz' "Tango" und das eigens von Rodrigo für Romero geschriebene "Concierte Para Una Fiesta", das er 1983 in Texas zur Uraufführung brachte.

Überhaupt ist Rodrigo ein wichtiges Kapitel in Romeros Künstlerleben. Der wichtigste spanische Komponist des vergangenen Jahrhunderts ließ sich mehrfach vom Können der Romeros im Allgemeinen und von Pepes Spielkompetenz im Speziellen inspirieren. So schrieb er zum Beispiel 1967 sein "Concierto Andaluz" für das Familien-Quartett, eine orchestrale Adaption verschiedener Melodieformen aus der südspanischen Provinz Andalusien. Auch das "Concierto Madrigal" wurde von Pepe Romero mit Unterstützung seines Bruders Angel 1970 uraufgeführt, nachdem die ursprünglichen Solisten Alexandre Lagoya und Ida Presti erkrankt waren. Die "Fantasia Para Un Gentilhomme" wiederum war bereits 1954 für Andrés Segovia entstanden. Alle drei bilden sie den ausschließlich akustischen Teil der Zusammenstellung "The Rodrigo Collection" und bieten auf einer CD zusammen mit den Romeros und dem Kammerorchester St. Martin In the Fields unter der Leitung von Sir Neville Marriner einen repräsentativen Einblick in die Kunst Rodigos, mit der großen Form zu agieren. Den zweiten Teil des Sammlung hingegen bietet eine DVD, die zunächst das berühmte "Concierto de Aranjuez" mit eindrucksvollen Bildern aus Südspanien kombiniert. Darüber hinaus kann man die Dokumentation "Shadows And Lights" von Larry Weinstein bewundern, die 1993 aus Anlass des 90.Geburtstag des Komponisten entstand und neben verschiedenen Werken aus den unterschiedlichen Schaffensphasen auch den greisen Meister selbst und dessen aufregende Lebensgeschichte präsentiert. So ist die Rodrigo Collection ein reizvoll vielfältiger Zugang zur Klangwelt eines Visionärs, der einige der schönsten Melodien des vergangenen Jahrhunderts geschrieben hat.