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14.01.2005
Lorin Maazel

Jubel für den Maestro

Lorin Maazel, Jubel für den Maestro © Decca/Sasha Gusov Lorin Maazel

Lorin Maazel hat in zweifacher Hinsicht etwas zu feiern. Zum ersten wird er am 6. März dieses Jahres 75 Jahre alt, außerdem debütierte er vor genau einem Vierteljahrhundert am Pult des Neujahrskonzertes, des populärsten Spektakels, das die klassische Musik im Jahresverlauf zu bieten hat. So herrschte feierliche Stimmung im Großen Saal des Wiener Musikvereins und ein lang anhaltender Applaus brandete ihm entgegen, als er seinen Platz einnahm. Ein schöner und bewegender Moment, der nun mit vielen anderen großartigen Augenblicken auf DVD nachzuerleben ist.

Mit Lorin Maazel begann 1980 die neue Ära der Neujahrskonzerte. Zuvor hatte von 1955 bis 1979 Willi Boskovsky die beliebten Walzerklänge geleitet. Da ihn seine Gesundheit dazu zwang, den Taktstock niederzulegen, sann man nach einem Ausweg. Er kam in Person Maazels, der zunächst bis 1987, dann in Abwechslung mit anderen Pult-Koryphäen 1994 und 1996 noch einmal die Matinee leitete. So war er 2005 zum elften Mal dabei und hatte wie schon bei den vorangegangenen Gelegenheiten versucht, möglichst weiträumig das musikalische Feld um die Strauß Familie abzudecken. Insgesamt stammten von den 165 Kompositionen, die im Laufe der Jahre unter seinem Taktstock erklangen 156 von Johann Strauss Vater und seinen drei Söhnen Johann, Joseph und Eduard, wobei 115 verschiedene Werke zu hören waren. Darüber hinaus wurden sechs weitere Komponisten aufgenommen: Joseph Lanner, Franz von Suppé, Carl Michael Ziehrer, Hector Berlioz, Jacques Offenbach und der Gründer der Wiener Philharmoniker Otto Nicolai.

In diesem Jahr brachte Maazel fünf Werke der Strauß-Familie und ihres Kreises mit, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal erklungen sind: den "Indigo-Marsch" und die "Haute-Volée-Polka" von Johann Strauß, den Walzer "Lustschwärmer" und die Polka "Winterlust" von Joseph Strauß, schließlich die Polka française "Auf Wiener Art" von Josef Hellmesberger. Außerdem gab es Ballett-Intermezzi mit Choreographien zu sehen, die Vladimir Malakov mit dem Rising Star der Szene Polina Semionova erarbeitet hatte. Das Konzert wurde von der Deutschen Grammophon in Kooperation mit dem ORF (Österreichischer Rundfunk und Fernsehen) aufgezeichnet und ist nun bereits kaum zwei Wochen nach dem Verklingen der letzten Töne im Saal des Musikvereins, als DVD erhältlich (die CD-Version erschien am 10.Januar). Und so kann man noch einmal vom "Indigo-Marsch" bis zur schnellen Polka "Electrisch" von Eduard Strauss, die mit dem indirekten Verweis auf das Albert Einstein gewidmete "Jahr der Physik", der 1905 mit seiner Relativitätstheorie die Naturwissenschaften revolutionierte, die Wiener Klänge und Szenen nachempfinden, die trotz aller düsterer Bilder jener Tage von der Flutwasserkatastrophe in Indonesien einen Funken Hoffnung in die Welt schickten.