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17.09.2004
Hayley Westenra

Engelsstimme

Hayley Westenra, Engelsstimme

Seitdem Orks und Elben durch die Berge Neuseelands zogen, ist die ferne Insel weltweit wieder im Gespräch. Nun gibt es noch einen Grund, sich über den verborgenen Reichtum des Landes zu wundern. Mit Hayley Westenra betritt eine junge Künstlerin die internationale Musikszene, über die noch viel geredet und geschrieben werden wird. Denn lange schon gab es keinen Mädchensopran mehr zu hören, der ähnlich unangestrengt und natürlich selbst in den höchsten Lagen brilliert.

Die Frauen werden immer jünger. Kaum ein paar Monte ist es her, da staunte die Poppresse über eine 17jährige Sängerin namens Joss Stone, die mit unergründlicher Perfektion Soul sang, als hätte sie bereits 40 Jahre Lebenserfahrung hinter sich. Jetzt scheint sich das Phänomen auch für die Klassik zu wiederholen. Hayley Westenra ist Jahrgang 1987 und sie kann bereits auf eine Karriere zurückblicken, die reichlich Glanzlichter zu bieten hat. Alles fing an, als das sechsjährige Mädel in ihrer neuseeländischen Heimatstadt Christchurch bei einem Weihnachtskonzert auftreten durfte. Es machte ihm derart Spaß zu singen und das Publikum applaudierte lang und warmherzig, so dass die Kleine motiviert war, auch über diesen Anlass hinaus zu singen. Tatsächlich war ihre Stimme außergewöhnlich und nur ein paar Jahre später flogen die Dollars nur so in den Hut, als Hayley sich mit ihren Geschwistern in die Fußgängerzone stellte und Straßenmusik machte. Alle waren irgendwie begeistert und so wurde aus dem Hobby bald eine Berufung. Die Zwölfjährige kratzte alle verdienten Geldstücke zusammen und nahm ein Demo auf. Die Familie werkelte rund um die Uhr an der Promotion, 1000 Stück wurden gepresst und an lokale Sender, Journalisten, TV-Stationen verdealt. Tatsächlich setzte der Erfolg bald ein. Hayley wurde von der Universal in Neuseeland gesignt, ihr ersten beiden Alben verkauften sich auf der Insel und in England im Handumdrehen 1.2 Millionen Mal.

 

Aus dem Familiending war Business geworden und so ging es zügig weiter nach oben. Hayley Westenra wurde ins Ausland geschickt, bekam eine Ausbildung bei Dame Malvina Major zugedacht und wurde um die Welt geflogen. Bald sah und hörte man sie auf Bühnen wie der Carnegie Hall oder dem Sydney Opera House an der Seite von berühmten Kollegen wie José Carreras und Bryn Terfel. Und so wurde es Zeit für ein Album, mit dem die inzwischen 17jährigen Sängerin sich international vorstellen kann. "Pure" wurde produziert von Beatles-Veteran Sir George Martin, das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ian Dean stand ihr zur Verfügung, ebenso wie zwei Handvoll ausgebuffter Studioprofis, die für die poppigeren Sounds des Aufnahmen zuständig waren. Das Repertoire reicht von Kate Bushs "Wuthering Heights" über Maori-Lieder bis hin zu "Amazing Grace", Adaptionen von Carl Orff, Maurice Ravel und einem ätherisch reinen "Benedictus". In der Summe entsteht auf diese Weise ein offenes und betörendes Panoptikum engelsgleicher Klänge, das vom ersten Ton an die Hörer ihn seinen Bann zieht.