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23.04.2004

Mozart und mehr

Mozart und mehr

Mozart war ihre erste Leidenschaft. Dann kamen die anderen großen Rollen für Mezzo-Sopran und machten aus Teresa Berganza einer der profiliertesten Sängerinnen ihrer Generation. Ein Jahr vor ihrem 70.Geburtstag feiert die Decca die berühmte Mozartinterpretin und Pädagogin mit einer weit gefächerten Zusammenstellung ihrer größten Erfolge.

Auf der einen Seite hatte Teresa Berganza ihre Karriere im Griff, auf der anderen hohe Ideale, die es zu verwirklichen galt. In einem Interview meinte sie: "Eine gute Stimme ist eindeutig ein Geschenk - ein Geschenk, das wir nur benutzen sollten, wenn wir uns imstande fühlen, selber alles zu geben, so dass auch andere Menschen geheilt und himmlisch berührt werden". Um derartige Vorstellungen auch umsetzen zu können, brauchte es von Anfang an eine besondere Mischung aus Glück und Talent. Da war zunächst Berganzas erste wirkliche Lehrerin Lola Rodriguez Aragón, die ihrerseits noch von Elisabeth Schumann ausgebildet worden war. Bei ihr lernte das junge Mädchen aus Madrid, dass man sich Zeit lassen konnte, ja musste, um eine Rolle wirklich zu verstehen und zu beherrschen. Monatelang feilten sie gemeinsam an der Partie des Cherubin aus Mozarts "Le Nozze di Figaro", bis sie so perfekt saß, dass die Novizin sich zum Vorsingen nach Aix-en-Provence begeben konnte. Die Mühe hatte sich gelohnt, im Juli 1957 gab sie dort im Rahmen der Festspiele ihr Bühnendebüt und etablierte sich mir einer Rolle, die sie im Lauf der kommenden Jahre noch bei mehr als 100 verschiedenen Gelegenheiten vortragen sollte.

Doch es blieb nicht bei Mozart und Aix-en-Provence. Bald kamen Rossini und Bizet, Glyndebourne Covent Garden und die Scala dazu. Dabei bestach Berganza von Anfang an durch eine gesunde Selbsteinschätzung, sich genau die Rollen auszusuchen, die zu ihr passten. Da war die Rosina ("Il Barbiere di Siviglia", Rossini), die "Cenerentola" (Rossini), die Dorabella ("Cosi fan tutte", Mozart) und noch viele mehr. Außerdem entdeckte sie ihr Faible für das iberische Lied und das spanische Pendant zur Operette, die Zarzuella. Dementsprechend bunt wurde auch die Zusammenstellung der Doppel-CD aus Anlass ihres 70.Geburtstages am 16.März 2005. Sie reicht von den berühmen Arien aus dem "Barbier" und dem "Figaro" über schwierige Partien wie die Medea (Cherubini) und Carmen (Bizet) bis hin zu Melodien hierzulande wenig bekannter Komponisten wie Jesús Gurigi Bidaola und Felix Lavilla.

Ihr zur Seite standen für die Aufnahmen unter anderem Placido Domingo, Claudio Abbado und das London Symphony Orchestra. So hat man mit der Hommage "A Portrait Of Teresa Berganza" die Möglichkeit, sich noch einmal oder wieder aufs Neue mit einer der großartigen Stimmen des vergangenen Jahrhunderts in vielen Facetten ihres Schaffens zu beschäftigen.