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05.03.2004

Opernwelt

Opernwelt

Im Wiener 'Haus der Musik' gibt es einen abgedunkelten Saal mit einer großen Videoleinwand, auf der die Wiener Philharmoniker zu sehen sind. Wer es sich zutraut, kann einen elektronischen Dirigierstab zur Hand nehmen und das Orchester durch ein paar Ouvertüren führen. Das ist eine spannende, virtuell animierte Erfahrung, die in realer Entsprechung nur den Pultstars der internationalen Musikszene vorbehalten ist. Denn die Wiener Philharmoniker sind eines der besten Orchester der Welt, dessen enorme Möglichkeiten mit einer speziellen "Best Of"-Reihe vorgestellt werden.

Die Verbindung zur Oper ist eng. Bereits bei ihrer Gründung 1842 waren die Wiener Philharmoniker das Nachfolgeensemble des Wiener Opernorchesters und bis heute bildet die Arbeit in der Staatsoper die Basis für die Klanggestalt der aus rund 140 Musikern bestehenden Vereinigung. Und so haben auch die meisten Dirigenten, die mit den Philharmonikern arbeiteten, sich mit ihnen an Bühnenwerke gewagt. Vieles wurde aufgezeichnet, manches gar nicht erst aufgeführt, sondern nur für die Mikrofone geprobt. Solti zum Beispiel hat nie einen "Ring" an der Staatsoper dirigiert. Eschenbachs Staatsoperndebüt steht noch aus und Sinopolis "Traviata" wird es nie mehr geben können. Auf der anderen Seite aber wurden auch viele Momente festgehalten, die vor Publikum stattfanden. Böhm am Pult der "Meistersinger", Bernstein mit dem "Fidelio", Karajan mit einem einzigen "Rosenkavalier" und natürlich die grandiosen Aufführungen des "Figaro" und der "Italiana in Algeri" unter der Leitung von Abbado. All das und noch viel mehr gehört zu den Sternstunden des außergewöhnlichen Orchesters, dem kein Repertoire zu fern oder zu kompliziert zu sein scheint.

Mit der zweiten Folge der Reihe "Best Of Wiener Philharmoniker" wird nach der Sinfonik nun genau diesen Höhepunkten nachgespürt. Das Spektrum der Aufnahmen reicht zeitlich von Erich Leinsdorfs "Don-Giovanni"Ouvertüre von 1960 bis zu Christoph Eschenbachs "Mondscheinmusik" aus Richard Strauss' "Capriccio", die 1999 im Studio archiviert wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den goldenen Epochen der Oper, angefangen mit Mozart über Verdi, Puccini, Rossini bis hin zu Wagner, Humperdink und Strauss. Und die Liste der beteiligten Weltstars ist lang. Am Pult standen unter anderem Sir Georg Solti, Leonard Bernstein, Karl Böhm, Hans Knappertsbusch, James Levine, Herbert von Karajan, Giuseppe Sinopoli, André Previn, als Solisten waren Koryphäen wie Giuseppe Taddei, Birgit Nilsson, Agnes Baltsa oder auch Margaret Price beteiligt. So ist eine Sammlung wie "Best Of Wiener Philharmoniker" nicht nur ein idealer und qualitativ ultimativer Einstieg in die Welt der orchestralen (Opern)Klassik, sondern zugleich ein wichtiges Stück Kulturgeschichte, an dem sich Vorlieben der Gestaltung, individuelle Eigenheiten der Interpreten und Besonderheiten des Repertoires ablesen lassen. Und das alles aus Meisterhand.