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13.02.2004

Raumwunder

Raumwunder

Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei. Nachdem während der vergangenen Jahre die Industrie sich nicht entscheiden konnte, welches neue High-End-Format sich in der Nachfolge der CD durchsetzen solle, sind inzwischen die Würfel gefallen. Denn die SACD bewährt sich mehr und mehr an der Praxis und wird zum Standard für Leute mit besonderem Spaß am exquisiten Klang. Nachdem manches anhand der Originalbänder bereits nachgearbeitet werden konnte, wenden sich nun immer mehr Künstler bereits bei der Aufnahme dem Mehrkanalverfahren zu. Das Resultat sind neue Referenzklangträume.

Das Besondere ist das Raumgefühl. Der Hörer im heimischen Sessel hat den Eindruck, er würde das Orchester persönlich leiten. Die Geigen auf der linken Seite, dahinter mit leichtem Schwenk in die Mitte die Schlagwerker, Blech- und Holzbläser, rechts davon die Bratschen und Celli, schließlich, aus dem Hintergrund die Kontrabässe mit sonorem Fundament. Die Melodien changieren zwischen den einzelnen Instrumentengruppen, dynamische Kontraste und Feinheiten der Akzentuierung treffen auf das Ohr mit beeindruckender Wucht und Klarheit. War schon die CD ein großer Sprung für die Tonaufnahmen, so sind nun mit dem Stereo DSD-Verfahren, dem surround sound und dem Datenträger Super Audio CD die Möglichkeiten um ein Vielfaches gestiegen, aus einer Konzertaufnahme ein gewaltiges Hörerlebnis werden zu lassen. Als sich der niederländische Dirigent Jaap van Zweden daran machte, die Beethoven-Symphonien für die Philips neu zu interpretieren, war daher klar, dass die allerneueste Technik mit am Start sein musste, um eben genau dieses unmittelbare Musikempfinden nachvollziehbar werden zu lassen.

Die Aufnahmen entstanden im Juni 2002 ("Symphonie Nr. 5") und November 2003 ("Sympnonie Nr. 7") in Dr. Anton Philipszaal in Den Haag zusammen mit dem Residentie Orchestra. Van Zweden, der im September 2000 als Nachfolger von Jewgenij Swetlanow die Leitung des angesehenen Ensembles übernahm - die Geschichte des Orchesters reicht immerhin bis ins Jahr 1904 zurück -, fasste schnell den Plan, zum 100jährigen Bestehen des Klangkörpers einen Beethoven-Zyklus in höchster Ton- und Interpretationsqualität anzugehen. Als Auswahl dieser Gesamteinspielung sind nun die Symphonien Nr. 5 und Nr.7 auch in Deutschland auf SACD erhältlich. Das Ergebnis des Unterfangens ist verblüffend. Van Zweden gestaltet nicht nur eine ungemein frische und dynamisch gewandte Interpretation der berühmten Werke, sondern bietet dem Zuhörer durch differenzierte und klare Stimmführungen die Gelegenheit, sich quasi inmitten der Ausführung zu fühlen. Jeder kleine Einwurf wird zum Erlebnis, jedes Detail zur akustischen Entdeckungsreise. Und wer dieses spezielle Vergnügen des neuen Mehrkanaltons noch nicht an der eigenen Anlage nachvollziehen kann, braucht sich keine Sorgen zu machen. Denn zu den Besonderheiten der sogenannte hybriden, also zweischichtigen SACD gehört die Kompatibilität mit herkömmlichen Abspielgeräten. Sie lässt sich auch auf jedem CD-Player in gewohnter CD-Qualität genießen. So ist jede SACD eine Investition in die Hifi-Zukunft. Gerade dann, wenn es sich um derart perfekte Aufnahmen wie van Zwedens Beethoven handelt.