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10.10.2003

Zum Dahinschmelzen

Zum Dahinschmelzen

Bei den ersten Versuchen im Hamburger Schanzenviertel haben noch einige geunkt, daraus würde nie etwas. Mit dem Umzug nach Berlin und der kontinuierlichen Arbeit am Konzept entwickelte sich die "Yellow Lounge" jedoch zum Szenetreff für alle, denen das Gewummer und Geblubber der gängigen Veranstaltungen widerstrebte. Und die Zusammenstellungen der darauf abgestimmten "Yellow Lounge"-Reihe tragen den neuen Geist anspruchsvoller und gattungsüberschreitender Unterhaltung über die Grenzen der Hauptstadt hinaus.

Die Frage ist nicht, was zusammenpassen darf, sondern was gut klingt. Das kann schon mal ein wenig ungewohnt sein, wenn etwa Tschaikowskys "Tanz der Zuckerfee" als Intro für Bernsteins orchestralen "Cha-Cha" fungiert. Oder wenn Griegs schmissiger Tanz der Anitra in ein "Intermezzo" von Kodály übergeht. Oder wenn Chopin zu Vivaldi überleitet, ein Ensemble-Allegretto von Brahms zu Peter Warlocks "Capriol Suite" führt, das "Aquarium" von Saint-Saëns in Bachs "Siciliano" in der Bearbeitung durch den Oboisten Albrecht Mayer mündet. Diese Vielfalt macht gerade den Reiz der Sache aus. In einer Zeit, wo Schlagworte wie Globalisierung den Diskurs beherrschen, kann die Ausschließlichkeit eines stilistischen Segments nur noch für Spezialisten gelten. Denn schließlich muss auch der Unterhaltungswert klassischer Musik, der über alle Jahrhunderte der Historie hinweg die künstlerische Wahrnehmung bestimmte, wieder greifbar und jenseits aller hermetischen und gattungsimmanenten Experimente verstanden werden können.

Mit anderen Worten: Musik soll vor allem Spaß machen und Stil haben. Das ist das Motto der "Yellow Lounges" und der damit verknüpften Compilation-Reihe, die soeben in die zweite Runde ging. Behutsam aufeinander abgestimmt führt der Bogen von Tschaikowsky über große Kompositionen der Vergangenheit aus der Feder von Bach, Vivaldi, Brahms bis in die Gegenwart etwa in Form von ungewöhnlichen Pop-Adaptionen wie Brian Enos "Heroes" durch Philipp Glass. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf die "Yellow Lounges" für den heimischen Player, für alle, die sich nicht bei den Berliner Kult-Veranstaltungen einfinden können. Und wer darüber hinaus noch mehr Verbundenheit mit dem clubbigen Klassik-Event demonstrieren will, hat die Möglichkeit, im Klassikakzente-Shop eines der brandneuen "Yellow-Lounge"-T-Shirts zu erwerben. Denn hip ist, was unterscheidet. Was Zeichen setzt, nach vorne weist.