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12.09.2003
Giuseppe Verdi

Viva Verdi!

Giuseppe Verdi, Viva Verdi!

Es ist ein schönes Jubiläum. Dieser Tage feiert das Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi sein zehnjähriges Bestehen. Das will etwas heißen in einer Musikwelt, die den meisten Neuerungen mit den Sparargumenten der Rezession begegnet. Aus diesem Grund hat sich Riccardo Chailly auch besondere Mühe gemacht, Außergewöhnliches aus der Werkstatt des italienischen Nationalkomponisten zusammen zu stellen. Heraus kam das Album "Verdi Discoveries".

Das Besondere sind die Orchesterwerke. Man kennt Verdi für seine Opern, wohlmöglich auch für manche sakrale Kompositionen. Die Orchesterstücke hingegen werden selten gespielt. Schon deshalb war es für den Dirigenten Riccardo Chailly eine aufregende Aufgabe, für das von ihm initiierte Orchester junger Talente ein eigenes und charakteristisches Programm zu erarbeiten. "Die spezielle Herausforderung dieses Projektes ist zum einen die Entdeckung. Neues Repertoire wird erforscht und das gibt uns die Möglichkeit, direkt oder indirekt den Vergleich zwischen Kompositionen anzustellen, die als besonders glänzend für die Epoche angesehen werden, und solchen, die bislang überwiegend unveröffentlicht waren - auch wenn einige davon wiederum neue Fragen hinsichtlich Herkunft und komplette oder partielle Authentizität aufwerfen. Das Guiseppe Verdi Orchestra jedenfalls hofft mit mir zusammen, dass wir unsere Beschäftigung mit Raritäten und Wiederentdeckungen großer italienischer Komponisten auch weiterhin in dieser Form auf Platten fortsetzten können."

Das Album der "Verdi Discoveries" enthält immerhin vier Erstaufnahmen unbekannterer Orchesterwerke des Komponisten. "Es war für uns ein spannendes Erlebnis und hat uns viel Freude bereitet. Bei einigen der hier eingespielten Werke erhalten die Musiker des Orchesters die Gelegenheit, sich mit außerordentlich anspruchsvollen Solopartien auseinander zu setzten. Mit seiner Musikalität und außergewöhnlichen Virtuosität hat Jean Yves Thibaudet eine beachtlichen Beitrag zu dieser Einspielung kaum zugänglicher Werke Giuseppe Verdis geleistet. Jean Yves und ich haben gemeinsam die ursprünglich von Fortunato Ortombina vorgelegte Fassung der Variationen für Klavier und Orchester bearbeitet". Zu den wieder entdeckten Werken zählen außerdem die "Sinfonia in C" (in der Bearbeitung von Dino Rossi), die "Aida - Sinfonia" von 1872, die Orchestervorspiele zu "Otello" und "La Forza del destino" und auch die Variation für Oboe und Orchester "Canto di Virginia". Insgesamt ist somit ein anspruchsvolles Programm mit ungewöhnlichen Hörerlebnissen entstanden, das dem guten Ruf des Orchestra Sinfonia di Milano Giuseppe Verdi gerecht wird. Und das demnächst mit Raritäten aus den Notenkisten Rossinis und Puccinis fortgesetzt werden wird. Es gibt noch viel zu erforschen!