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06.06.2003

Eine feine Wassermusik

Eine feine Wassermusik

Noch bevor die BBC-Erfolgsserie "The Blue Planet" auch bei uns die unerforschten Unterwasserwelten auf den Bildschirm holt, taucht George Fentons Soundtrack akustisch in die Meerestiefen.

Warum in die Sphären schweifen, denn das Gute liegt so nah. Sonne, Mond und Sterne zu erkunden ist ein uralter, ewig junger Menschheitstraum. Ein anderer, naheliegender das forschende Abtauchen in die wässrige Unterwelt. Rund einundsiebzig Prozent der Erdoberfläche sind schließlich vom Meer bedeckt, weshalb man unseren auch den "Blauen Planeten" nennt. Knapp zweiunddreißig Prozent dieses Meeres sind 4000 bis 5000 Meter tief, stellenweise geht es sogar über 8000 Meter hinab. Da verwundert es kaum, dass noch heute weite Teile dieser Wasserwelt so unerforscht sind wie Mondkrater und Marsberge. Die BBC-Serie "The Blue Planet", von einem internationalen Expertenteam in fünfjähriger Arbeit recherchiert, gefilmt und zu acht Folgen zusammengestellt, will Licht in das tiefe Dunkel bringen. Nur die entlegensten Winkel, die unergründlichsten Ozeane und deren seltsamstes Tierleben waren gut genug für die aufwendige Serie. Lohn der Mühe waren letztes Jahr bei der Erstausstrahlung in Großbritannien zwölf Millionen Zuschauer, also ein gutes Drittel aller britischen Haushalte.

Um das optische Erlebnis akustisch aufzuwerten, hatte man den Komponisten George Fenton engagiert, die Musik zur Serie zu schreiben. Dem fünffach Oscar-nominierten Score-Spezialisten gelang dabei das Kunststück, eine Filmmusik zu erschaffen, die den faszinierenden Bildern zuträglich ist, aber auch ohne sie "funktioniert". Die Bilder leben mit ihr und durch sie, die Musik macht auch ohne Bilder Sinn. Dafür spricht schon die Tatsache, dass die Titelmelodie zu "The Blue Planet" über die Compilation "Utopia, Chilled Classics" zum Hipster-Hit in den Clubs, Bars und Lounges der britischen Insel avancierte. Komponist Fenton, den der genreübergreifende Erfolg seiner Musik ebenso überrascht wie freut, ergeht sich dennoch in Understatement. "So lange die Menschen Musik schreiben, ist das Meer eine Hauptinspiration für Komponisten", meint er. "Aber keiner von ihnen hatte mein Glück, die unglaublichen Bilder von 'The Blue Planet' vertonen zu dürfen."