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22.11.2002

Weihnachtlich Clubben

Weihnachtlich Clubben

Es ist eine grundsätzliche Entscheidung: Will man Weihnachten ganz klassisch mit Baum, Kerzen und Geschenken begehen? Oder spart man sich den Trubel und sucht sich ein nettes Lokal mit Gleichgesinnten, die es ebenfalls ein wenig anders machen wollen? Der DJ Raphael Marionneau präsentiert für solche Fälle im Hamburger Mojo Club den Szenegängern eine akustisch charmante Alternative. Und "Le Noel Abstrait" bietet jetzt schon einen Vorgeschmack darauf.

Es ist drei Jahre her, als Raphael Marionneau zum ersten Mal zur Weihnachts-Lounge in die Szene-Adresse Mojo Club auf der Reeperbahn lud. Damals waren alle Beteiligten begeistert, wie viel positive Resonanz der Abend hervorrief. Offenbar gab es ein Bedürfnis vor allem junger Leute, der offensiven Beschaulichkeit der Weihnachtstage zu entkommen, ohne sich gleich in den akustischen Alltag zu stürzen. Marionneau legte Wert darauf, trotz aller Clubbing-Atmosphäre die Menschen nicht mit heftigen Beats zu überfordern, sondern schlicht angenehme Musik mit Stil zu präsentieren. Es passte ihm gut in sein Konzept, denn auch übers Jahr verteilt kümmerte er sich mit den Abenden des "Café Abstrait" um die ruhigeren Töne der Soundmoderne und weitete die Idee des alternativen DJ-ings sogar auf die klassische Musik auf, die er unter dem Motto "Le Classique Abstrait" geschmackvoll ineinander mischte.

Und so ist seine aktuelle Zusammenstellung nur konsequent, denn auch "Le Noel Abstrait" ist ein kleines Meisterwerk der Stimmungslenkung und atmosphärischen Gestaltung. Dramaturgisch in zwei Kapitel aufgeteilt, widmet sich die erste CD der notwendigen Entspannung, die tagsüber den Stress der vorweihnachtliche Zeit relativieren soll. Marionneau bringt dabei unter anderem Künstler wie den DJ-Kollegen Peter Schwalm mit dessen Projekt "Slop Shop" mit einer ruhigen Geschichte der französischen Ethno-Rapper von "Manau" oder auch der "Cavalleria Rusicana" von Pietro Mascagni zusammen. Der zweite Abschnitt leitet behutsam wieder in die groovebetonteren Gefilde der Clubkultur über und hat von Kid Koala über die Havanna Boys und Zofka bis hin zu Chantal Zaradom ein weites Spektrum von Asian Flavour und Smooth Industrial bis hin zu Sphärenklängen zum Chill Out zu bieten. Wer also keine Zeit hat, am 25.Dezember zum wahrscheinlich letzten Weihnachtsmove in den Hamburger Mojo Club zu pilgern - der international renommierte Hipstertreffpunkt soll anno 2003 endgültig schließen -, dem bleibt wenigstens "Le Noel Abstrait", um im Geiste und mit dem heimischen CD-Player dabei zu sein.

Weitere Infos unter www.abstrait.net