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11.10.2002

Pop mit Pepp

Pop mit Pepp

Drei sind nicht genug, dachten die Programmplaner von "Network Ten". Daher stellten sie für das zehnjährige Jubiläum des australischen Fernsehsenders eine Combo mit zehn Tenören zusammen, die mit buntem Programm der Station gratulierten. Aus der spleenigen Idee wurde ein Erfolg und so entstand eine Gesangsformation zwischen allen stilistischen Lagern, die weltweit Fans und Kritik begeistert.

Der Spezialist hört es sofort. Genau genommen sind die "Ten Tenors" nicht alles Tenöre. Ein paar Bässe und Baritons haben sich mit ins Konzept geschlichen, um den vokalen Ausdrucksrahmen über die eine Lage hinaus zu erweitern. Das tut dem Ensemble nur gut, denn auf diese Weise erreicht es eine Klangfülle, von der andere Gesangsgruppen nur träumen können. Diese Perfektion im Detail ist das Resultat eines mehrjährigen Einstimmungsprozesses, mit dem die Künstler sich auf ihr ungewöhnliches Auftreten vorbereitet haben. Denn nachdem sich die Absolventen des Brisbane Konservatoriums im Anschluss an das Ferseh-Event zunächst an ihr Institut zurückgezogen hatten, wagten sie erst nach langen Proben anno 1998 ein abendfüllendes Programm. Wieder wurde das Konzert bejubelt und so begannen sie, zunächst durch die australischen Provinzen zu touren. Es folgten erste vorsichtige Schritte aus der Heimat hinaus, zunächst nach Neuseeland, dann aber auch nach Europa. Im vergangenen Jahr gaben die Ten Tenors ihr Deutschland-Debüt. Als sie im folgenden Februar bei der deutschen Vorausscheidung des Grand Prix d'Eurovision als Gäste auf die TV-Bühne traten, machten sie es den eigentlichen Bewerbern um den Schlagerwettstreit mit geballter stimmlicher Wucht schwer, bestehen zu können. Seitdem jedenfalls gehören sie zu den Star der populären Konzertszene, deren Mix zwischen Klassik und Pop bei vielen verschiedenen Altersgruppen ankommt.

Für ihre neue CD "One Is Not Enough" haben sich die zehn Tenöre ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das von Ohrwürmern wie "Rocket" über Rockklassiker wie die Rock-Suite "Bohemian Rhapsody" bis zu "Rawhide" aus der Country-Ecke und "O Sole Mio" mit venezianischem Gondoliere-Flair reicht. Die Stärke der Band ist dabei nicht die Neudefinition der Nische, sondern die Überschreitung der Gattungsgrenzen. Sie begeistern mit ihrer Repertoire jung und alt, Pophörer und Seriositätsabtrünnige, denen die Beschränkung auf wenige Stilistiken zu eng ist. Im kommenden Frühjahr jedenfalls werden die Ten Tenors zum Sprung nach USA ansetzen. Die Chance stehen gut, dass sie auch im Entertainmentbusiness der neuen Welt ihrer prominenten Platz finden werden. Denn die Amerikaner hatten von jeher etwas übrig für ausgefallene Projekte mit Unterhaltungswert. Und da sind die agilen Australier genau die richtigen.

Zur offziellen Siter der Ten Tenors geht es hier..