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15.03.2002

20/21 - Vier Neuveröffentlichungen

20/21 - Vier Neuveröffentlichungen

Mit der Vollendung von "Jagden und Formen" noch vor seinem fünfzigsten Geburtstag kann Wolfgang Rihm, geboren am 13. März 1952, nun von einem glanzvollen Höhepunkt auf ein rund vierzig Jahre währendes kompositorisches Schaffen zurückblicken.

Wolfgang Rihm einmal gefragt, was er mit seiner Musik wolle, antwortete: "Bewegen und bewegt sein". Sein, in den vergangenen sechs Jahren entstandener Zyklus "Jagden und Formen" bestätigt dies. Mehr Bewegung als hier ist musikalisch nicht machbar, nicht darstellbar.

Die Kunst der Fuge ist immer auch die Virtuosität der Flucht. Rihm nutzt in den Orchesterstücken "Jagden und Formen" diese Kunst, doch aus den barocken Fughetti wird bei ihm ein furioses Jagen. Die Bewegung, die Dynamik, die von diesen Stücken ausgeht, ist erbarmungslos. Gefundene Form wäre Ankommen, also Stillstand, also das Ende. Was in "Jagden und Formen" flieht, vor einander herläuft, vor einander flüchtet, ist Treibjagd pur. Die großangelegte Rihmsche Fuge: Der angewandte Bach.

Niemand geringeres als das für seine Interpretation zeitgenössischer Musik welt-berühmte Ensemble Modern hat den Schöpfungsprozess seit 1996 begleitet. Musikalisch geleitet wird es bei "Jagden und Formen" von Dominique My. Sie dirigierte neben dem Ensemble Modern unter anderem auch das Klangforum Wien, die Orchester von Metz, Nancy und Rouen, den Südwestfunkchor sowie Philharmoniker und Chor von Radio France. Angespornt von Begegnungen mit Peter Brook, Daniel Mesguish und Antoine Vitez hat sie 1987 ihr eigenes Ensemble Fa gegründet.

Am 13. März wird Wolfgang Rihm fünfzig. Wer ihn, einen der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten und sein inzwischen sehr umfangreiches Werk noch nicht kennt, hat mit dieser, in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entstandenen CD "Jagden und Formen" die beste Möglichkeit einer bewegenden Begegnung.

Das Werk ist eine Weltersteinspielung.