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15.03.2002
Pierre Boulez

20/21 - Vier Neuveröffentlichungen

Pierre Boulez, 20/21 - Vier Neuveröffentlichungen

Es ist nicht übertrieben, das zwischen 1958 und 1962 gleichsam als work in progress entstandene, seit 1989 in seiner endgültigen Form vorliegende "Pli selon Pli" zum gewichtigsten der Werke des bedeutenden französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez (geb. 1925) zu zählen. Es ist zu Gedichten von Stéphane Mallarmé geschrieben.

Der Titel "Pli selon Pli" bezieht sich auf das nach und nach in der Erinnerung wachgerufene Bild der Stadt Brügge. Die Verse stellen dar, wie sich über Brügge allmählich die Nebel heben, wie mit dem Sichtbar- werden aber auch "Pli selon Pli" (Falte um Falte) Bewusstseins-Strukturen wahrnehmbar werden.

 

Das zentrale Formkonzept dreier Sonette Mallarmés überträgt Boulez in improvisierter Weise auf die musikalische Form. Es handelt sich aber keinesfalls um eine bloße "Vertonung" Mallarméscher Verse. Vielmehr zeigt Boulez eine Neuschöpfung dieser hochkomplexen Lyrik, um dem Wort als Klang und der Musik als Ton zu begegnen. "Eine Art 'Inszenierung', die ihren Akzent bald auf die direkte Aussprache des Textes, bald aber auch auf die poetische Welt legt, die er erweckt."

 

Der Dramaturgie der Intrumentalfarben durch Pierre Boulez als Dirigenten seines eigenen Werkes steht die einzigartige, stimmliche Modulationsfähigkeit der bekannten Sopranistin Christine Schäfer in nichts nach. Christine Schäfer macht Klänge sichtbar - und (Wort)-Bilder hörbar.

 

"Am ehesten entspräche dieser Musik jener Hörer, der in sich selbst die Hörräume entdeckte, in denen sich der ganze Reichtum ihrer unendlich sich verzweigenden Resonanzen entfaltete", sagt Boulez.

 

Das Werk ist eine Weltersteinspielung.