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01.08.2001

Tochter Palestrinas

Tochter Palestrinas

So viel Gutes hat das Verdi-Jahr. Verdi als Liedkomponist? Der Operncrack ist mit seinen Liedern so wenig präsent wie Schubert mit seinen Bühnenwerken. Kein Wunder also, dass kaum Plattenaufnahmen mit seinen Liedern erhältlich und richtig gute erst recht rar sind.

Aber das Verdi-Jahr macht's möglich: Eines dieser ganz seltenen Stücke, die Lieder-Einspielung mit Margaret Price wird in der Viva-Verdi-Serie neu aufgelegt. 1986 stand die walisische Sopranistin neben ihrem Pianisten Geoffrey Parsons im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses und inszenierte eine kleine Opernszene nach der anderen: Verdis Lieder sind Lieder, ja natürlich, und doch haben sie wenig mit dem zu tun, was Schubert darunter versteht. "Wir sind die Söhne Palestrinas, ihr seid die Söhne J.S. Bachs", schrieb Verdi an den Dirigenten Hans von Bülow, "unser freies, natürliches, sensibles, strahlendes Schaffen zu verleugnen wäre albern und dumm." Margaret Price muss diese Stelle gekannt haben. "Eine schöne Stelle schön zu singen, das bin ich", beschrieb sich die Autodidaktin treffend und selbstbewusst. Verdis Lieder singt sie deshalb genau so, wie Verdi das wollte: natürlich, sensibel und strahlend.