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30.05.2001

Es lebe die Moderne!

Es lebe die Moderne!

Die Reihe "compositeurs d'aujourd'hui" widmet ihre zwölf CDs dem Schaffen einiger der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten. Man höre und staune.

Moderne ist ein dehnbarer Begriff. Im musikalischen Museum des heutigen Klassikbetriebes fallen darunter allzu oft Kompositionen, die schon weit über 50 Jahre alt sind. So modern also, wie ein Schwarzweißfernseher, das Morsegerät oder der "Silberpfeil" von Mercedes. Dabei gibt es sehr wohl zeitgenössische Komponisten, sehr viele sogar. Doch ihre Werke werden der breiten Öffentlichkeit regelrecht vorenthalten, einmal ur- und dann nie wieder aufgeführt. Und das auf Spezialisten-Festivals wie etwa in Donaueschingen. Nicht immer liegt das an der Unzugänglichkeit der Kompositionen. Sondern hauptsächlich an den vielen Vorurteilen, mit denen man sie ungehört abtut. Die Edition "compositeurs d'aujourd'hui" stellt deswegen auf zwölf CDs eine Reihe von Komponisten vor, die - mit nur einer Ausnahme - allesamt nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden. Ihre Werke entstanden folglich nicht nur in der zweiten Hälfte des eben vergangenen Jahrhunderts, sondern oft erst gegen Ende desselben.

 

So unterschiedlich diese Herren auch sein mögen, sie alle haben eine enge Verbindung mit dem Pariser "Institut de Recherche et de Coordination Acoustique/Musique", kurz: IRCAM, das 1969 von Pierre Boulez ins Leben gerufen wurde. Dort widmet man sich der elektro-akustischen Grundlagenforschung in Verbindung mit der kompositorischen Praxis. Wie unterschiedlich die Ergebnisse dieser Forschungen ausfallen können, zeigen jetzt die Werke der neuen Serie "Accord". Eingespielt vom renommierten Ensemble InterContemporain, das viele der Werke schon uraufführte, pendeln sie zwischen der seriellen Musik und der "école spectrale", oder lehnen gar beide kategorisch ab. In jedem Fall geben sie Einblick in das moderne musikalische Schaffen von Magnus Lindberg, Marc-André Dalbavie, Ivan Fedele, Antoine Bonnet, Tristan Murai, Michael Obst, Fréderic Durieux, Jonathan Harvey, Michael Jarrell, Denis Cohen, Philippe Hurel und Philippe Manoury. Und höre da, es gibt die Moderne doch. Sie klingt fantastisch.