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29.03.2001

Wenn der Pletnev dreimal klingelt: "Die Glocken" von Rachmaninoff

Michail Vasil’evič Pletnëv, Wenn der Pletnev dreimal klingelt: Die Glocken von Rachmaninoff

Mikhail Pletnev hat Rachmaninoffs Lieblingsstück eingespielt. Jetzt ist es auch unseres.

1912 stieß Sergej Rachmaninoff auf Verse von Edgar Allan Poe, die ihn zu seinen "Glocken" inspirierten. Was er dann komponierte, wurde sein Lieblingsstück. Edgar Allan Poe stellte an den Anfang seines Gedichts "Die Glocken" eine Schlittenfahrt - so richtig russisch: warm eingepackt im Schlitten durch die Taiga. Man gleitet still durch die verschneite Landschaft, nur das Schnauben der Rösser ist zu hören - und das Gebimmel der kleinen Pferdeglocken. Russen lieben Glocken. Doch nicht nur das romantische Läuten der Schlittenglocken oder auch der prachtvolle Klang der Hochzeitsglocke wird von Poe eindringlich vergegenwärtigt. Die dritte Strophe lässt die Alarmglocke gellen, in der vierten wird dem Leser das Totenglöckchen geklingelt. Sergej Rachmaninoff hat das dankbare Sujet in eine Kantate verwandelt.

 

Mit der Einspielung von Mikhail Pletnev und seinem Russischen Nationalorchester ist sie nun zum ersten Mal im Katalog der Deutschen Grammophon zu finden. Pletnev ist nicht nur Pianist, sondern auch Dirigent, immer jedoch ein großartiger Kenner der russischen Musiktradition. Ein junges russisches Solistenquartett und der Moskauer Staatskammerchor garantieren eine echt russisch beseelte Wiedergabe des farbenprächtigen Werks. Und Pletnev bietet noch eine weitere Rarität, eine Kantate über einen der wichtigsten Kirchenlehrer des frühen Christentums, Johannes Damascenus. Das Werk stammt von Rachmaninoffs gestrengem Kompositionslehrer Serge Tanejew und ist ebenfalls eine echte Entdeckung.