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14.02.2001
Barbara Bonney

Britpop der Renaissance: Barbara Bonney

Barbara Bonney, Britpop der Renaissance: Barbara Bonney

In den letzten Jahren haben bekanntlich britische Pilzköpfe wieder die Charts erobert, mit melodisch-melancholischen Balladen, deren Weltschmerz indes durch eine gewisse Prise Ironie gebremst wird.

Mit derselben Mischung hatte Britpop auch im ausgehenden 16. Jahrhundert, zur Shakespeare-Zeit, internationalen Erfolg. Damals standen nicht "Oasis" oder "The Verve" ganz oben, sondern Künstler wie John Dowland, Thomas Morley oder Thomas Weelkes. Ihre meis-tens zur Laute zu singenden Songs waren in ganz Europa verbreitet, wurden nicht nur solistisch, sondern auch im geselligen Ensemble gesungen und waren in aller Munde. Auch auf uns verfehlen sie ihre Wirkung nicht, zumal wenn sie so stilgerecht gesungen werden wie hier von Barbara Bonney. Ihr geht es nicht darum, opernhaften Glanz zu verbreiten. Vielmehr singt sie ganz schlicht und natürlich, und wird dabei dennoch den poetischen Texten gerecht. Die Vorlage zu "It was a lover and his lass" etwa stammt von niemand geringerem als Will Shakespeare persönlich (aus dem fünften Akt von "Wie es euch gefällt"). Was ihre Texter anging, hatten die Renaissance-Britpopper ihren heutigen Kollegen noch einiges voraus.