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14.02.2001
Wolfgang Amadeus Mozart

Der Guinness-Mozart: Die Mozart-Edition neu aufgelegt

Wolfgang Amadeus Mozart, Der Guinness-Mozart: Die Mozart-Edition neu aufgelegt

Mozart und seine Kompositionen waren schon immer rekordverdächtig. 1991 erhielt die große Mozart-Edition sogar ihren Platz im Guinness Buch der Rekorde. Die damals umfangreichste Plattenedition ist jetzt auf handlichen 17 CD-Boxen neu zu hören.

Im Bach-Jahr 2000 daran zu erinnern, dass Wolfgang Amadé Mozart vor 244 Jahren geboren wurde und vor 209 Jahren starb, ist das nicht überflüssig? Nicht ganz, denn zum zweihundertsten Todestag des Wiener Klassikers im Jahr 1991 hatte Philips zum ersten Mal in der Schallplattengeschichte Mozarts Gesamtwerk auf 180 CDs zusammengefasst - eine Großtat der Phono-Edition. Eine Großtat, die nun zum kleinen Preis erhältlich ist, in handlichen 17 CD-Boxen zusammengefasst und so nun auch für jene Musikfreunde zugänglich, für die der gesamte Gesamt-Mozart dann doch ein zu großer Brocken gewesen wäre.

 

Opernfreunde können sich an einem Fest großer Stimmen erfreuen: Ein "Figaro" mit Jessye Norman und Mirella Freni, ein "Don Givoanni", dem neben der Freni auch Kiri Te Kanawa Glanz verleiht, oder eine "Entführung aus dem Serail" mit dem unvergessenen Curd Jürgens als Bassa Selim mögen hier für viele stehen. Aber welcher Opernfan kennt wirklich alles, was Mozart diesem Genre gegeben hat? Sicherlich den "Idomeneo" (hier in ebenfalls glanzvoller Besetzung mit Francisco Araiza, Barbara Hendricks und Julia Varady zu genießen), aber was ist mit der "Gärtnerin aus Liebe" (mit der ganz jungen Jessye Norman) oder gar der unvollendet gebliebenen komischen Oper "Lo sposo deluso"?

 

Gleiches gilt für die Orchestermusik: Kennt man wirklich alle Symphonien Mozarts, wirklich alle Serenaden und Divertimenti (in den Referenzaufnahmen der Acadamy of St. Martin-in-the-Fields und unter der bewährten Stabführung von Sir Neville Marriner)? Ganz zu schweigen von den Tänzen und Märschen Mozarts, die hier dem Ur-Wiener Dirigenten Willi Boskovsky und seinem Wiener Mozart-Ensemble anvertraut sind - Gelegenheitsmusik, die dank Mozarts Genius dennoch immer über den Anlass ihrer Entstehung hinausweist.

 

Aber muss man das denn alles kennen? Erik Smith, Chefproduzent der Edition, hat darauf die richtige Antwort parat: "Als ich die Gesamtaufnahme der Tänze produzierte, hielt ich es für richtig, die Interpreten vor einigen schwächeren Stücken zu warnen. Am Ende der Aufnahmesitzungen, nachdem wir 49 Tanz-Zyklen aufgezeichnet hatten, kam die Frage, welches denn die schwächeren Werke seien, auf die ich angespielt hatte. Ja, ganz ohne Zweifel, alles von Mozart ist hörenswert." Also auch die häufig gerade im Vergleich zu Beethoven unterschätzte Solo-Klaviermusik, die ja auch viel mehr zu bieten hat als die bekannten achtzehn Klaviersonaten, die hier mit großem Einfühlungsvermögen von Mitsuko Uchida dargeboten werden. Man denke nur an die beiden Fantasien c-moll und d-moll mit ihrer mitreißenden Dramatik, ihrer stürmischen Empfindsamkeit, die ein ganz anderes, so gar nicht mozartkugelsüßes Bild des Genies zeichnen.

 

Von vielem mehr - zum Beispiel der geistlichen Musik, den von der Bläserelite der Welt ausgeführten Bläserkonzerten Mozarts - kann hier gar nicht mehr die Rede sein. In sechs Jahren schon feiern wir übrigens den 250. Geburtstag Mozarts.

 

Wer sich darauf einstimmen will, kann sich langsam schon mal an die heimische Anlage begeben. Die Philips-Mozart-Edition macht die Vorbereitung auf diesen Jubeltag zu einem so preiswerten wie lehrreichen Vergnügen.