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14.02.2001

Höchste Authentizität: Mikhail Pletnev

Michail Vasil’evič Pletnëv, Höchste Authentizität: Mikhail Pletnev

Mikhail Pletnev ist ein kreativer Vielarbeiter. Zeitgleich mit der Weltpremiere von Beethovens Violinkonzert für Klarinette erscheint die dritte Folge seines Rachmaninoff-Zyklus. Hauptwerk der neuen CD ist Rachmaninoffs 1. Symphonie.

Ihre Uraufführung im Jahre 1895 unter dem Dirigat von Alexander Glazunov war eine Katastrophe für Rachmaninoff. Das ambitionierte Werk fiel beim Publikum durch und der Komponist stürzte in eine tiefe Depression. Sein Kollege Cesar Cui schrieb, dass Rachmaninoff mit den teuflischen Dissonanzen seiner Symphonie zweifellos der erste Preis eines höllischen Konservatoriums sicher wäre. Die nächste Aufführung erlebte das Werk erst nach dem 2. Weltkrieg.

 

Die zweite Aufnahme dieser CD ist die symphonische Dichtung "Die Toteninsel", zu der sich Rachmaninoff durch Arnold Böcklins gleichnamiges Gemälde anregen ließ. Eindrucksvoll und düster wie die Vorlage lässt diese Tondichtung vor dem inneren Auge des Hörers das Bild eines Fährmanns entstehen, der einen verhüllten Leichnam auf die Toteninsel rudert. Mikhail Pletnevs Rachmaninoff-Interpretationen regen die Kritiker wieder einmal zu Spekulationen über den russischen Volkscharakter an. So schrieb die Zeitschrift "Classic FM": "Russische Künstler haben ein ganz spezielles Gefühl für diesen Komponisten, und Pletnev ist von diesem geistigen Klima vollkommen durchdrungen. (...) Rachmaninoffs Denken ist Pletnev so nah, dass er höchste Authentizität erreicht."