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14.02.2001

Klappen halten: Mikhail Pletnev

Michail Vasil’evič Pletnëv, Klappen halten: Mikhail Pletnev

Der Dirigent und Pianist Mikhail Pletnev findet, dass die Klarinette mehr Repertoire verdient, und transkribierte Beethovens Violinkonzert für den Klarinettisten Michael Collins.

Mikhail Pletnev ist nicht nur ein fantastischer Pianist und erfolgreicher Dirigent, er ist auch außerordentlich experimentierfreudig. Deswegen bleibt es nicht bei seinem Lamento, dass die Klarinette "mehr bedeutende Stücke braucht", sondern er schreibt Beethovens Violinkonzert für Klarinette und Orchester um. Gekoppelt mit Mozarts Klarinettenkonzert erscheint es jetzt als Weltpremiere auf CD. "Eine aberwitzige Idee", erzählt der Klarinettist Michael Collins, mit dem Mikhail Pletnev zusammenarbeitete, "ich fragte mich, wie das funktionieren soll?" Doch als er durch Pletnevs Noten blätterte, da wusste er: "Es funktioniert!" Seine größte Sorge galt der Frage, ob die Klarinette fähig sei, die Spannung in den weiten Bögen der Solostimme zu halten und dabei sowohl die Grandezza des ersten Satzes wie die stille Gelöstheit des zweiten zu bewahren.

 

"Natürlich konnte ich das erst beurteilen, nachdem ich das Stück im Konzert gespielt hatte. Dann konnte ich auch erst Änderungen vorschlagen, um einige Stellen dem Instrument noch besser anzupassen." Letztendlich stellte sich der erste Satz als der schwerste heraus, wenn an einigen Stellen "die Solo-Linie einfach nicht enden will, wodurch sich so profane Dinge wie Atmen zum ernsthaften Problem auswachsen", berichtet Collins: "Im zweiten Satz kann man dann die einzigartige Schönheit der Klarinette voll und ganz genießen. Fast möchte man meinen, Beethoven habe hier selbst schon an die Klarinette gedacht." Michael Collins, der mit der Deutschen Grammophon bereits das Klarinettenkonzert von Oliver Knussen einspielte, genoss die enge Zusammenarbeit mit dem Dirigenten und kreativen Bearbeiter Mikhail Pletnev: "Eine große Bereicherung für mich als Musiker und Interpret."