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14.02.2001
Claudio Abbado

Weltausstellungsmusik

Claudio Abbado, Weltausstellungsmusik

Erfolg zu haben ist schön, und es ist anstrengend. Peter Tschaikowsky hatte sich lange danach gesehnt, doch als er Ende der 1870er Jahre tatsächlich als Komponist international bekannt wurde, waren ihm die Folgen nicht immer angenehm.

Die zahllosen Ehrenämter lehnte er rundweg ab, doch manchen Auftragskompositionen konnte er sich nur schwer entziehen. Claudio Abbado hat - nach seinen euphorisch aufgenommenen Veröffentlichungen von Mozarts "Requiem" und Prokofieffs "Romeo & Julia" - bei seiner neuesten Einspielung von Werken Tschaikowskys einen krönenden Abschluss gewählt: die Ouvertüre solennelle "1812", die an den napoleonischen Russlandfeldzug erinnert. Tschaikowsky komponierte sie zwar "mit wenig Wärme und Liebe", wie er sagte, für die Moskauer Weltausstellung 1882, aber siehe da: Das patriotische Stück ist voller überraschender und prachtvoller Wendungen und wurde seit seiner Uraufführung viel und erfolgreich gespielt. Das Richtige für ein Orchester wie die Berliner Philharmoniker, die unter Claudio Abbado mit der ganzen Fülle ihres Klanges protzen. Bei diesem Stück sollten Sie Ihre Lautsprecher nicht aus den Augen lassen.