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31.10.2018
Franco Fagioli

Mitreißendes Barock-Spektakel - Franco Fagioli in Händels "Serse"

Am 2. November wird bei Deutsche Grammophon eine Aufnahme der Händel-Oper "Serse" mit Franco Fagioli veröffentlicht – es ist die erste Einspielung überhaupt mit einem Countertenor in der Titelrolle.

Franco Fagioli, Mitreißendes Barock-Spektakel - Franco Fagioli in Händels Serse © Igor Studio Franco Fagioli

Die Oper "Serse" von Georg Friedrich Händel zählt mit gutem Grund zu dessen bekanntesten Bühnenwerken, begeistert sie doch mit einer Fülle an Emotionen und berührenden Melodien. Bei Deutsche Grammophon erscheint nun eine ganz besondere Einspielung der beliebten Oper, die neben ihrer authentischen Strahlkraft besonders mit der prominenten Besetzung der Hauptrolle besticht: So wird am 2. November "Serse" mit Franco Fagioli als persischem Monarchen veröffentlicht, der das Werk zusammen mit dem italienischen Barockensemble Il Pomo d’Oro unter Leitung von Maxim Emelyanychev und weiteren exzellenten Gesangssolisten mit großer Intensität darbietet.

Unterhaltsam, dramatisch und hoch virtuos: Händels Oper "Serse"

Die turbulente Handlung der Oper spielt in Persien, dem heutigen Iran, und bezieht sich lose auf Xerxes I. von Persien. Es ist ein bunter Liebesreigen, der in klassischer barockopernhafter Manier allerlei Verwechslungen und schwankende Gefühle seiner Protagonisten verhandelt. Die musikalische Umsetzung dieses Verwirrspiels ist gleichwohl betörend und vereint dabei ebenso humoristische wie hoch emotionale Momente. Dass die dreiaktige Oper nach ihrer Uraufführung in London am 15. April 1738 im Kings' Theatre anfangs kaum Erfolg hatte, erscheint vor diesem Hintergrund aus heutiger Distanz umso verwunderlicher. Nach nur fünf Vorstellungen wurde sie abgesetzt und erst 200 Jahre später wiederentdeckt. Zum Glück, ist die Oper doch ein ungemein farbenreiches und klangschönes Werk, dessen Ausdruckskraft und klangliche Vielgestaltigkeit unmittelbar in den Bann ziehen. Ein Höhepunkt ist hierbei die Eröffnungsarie des Serse, "Ombra mai fu" – in der die Titelfigur in innig-kontemplativem Gestus einen Platanenbaum besingt, heute sicherlich eine der berühmtesten Arien aus Händels Feder überhaupt. Auf dem neuen Album beweist Fagioli in ihr einmal mehr eine ungewöhnliche Unmittelbarkeit in der Interpretation. "Ich habe versucht, ganz genau zu erspüren, was Serse unter diesem Baum möglicherweise erlebt hat und diese Gefühle in der Arie zu transportieren", so Fagioli über seine Auseinandersetzung mit der Arie. Das Ergebnis ist ebenso berührend wie beeindruckend.

Lebendig und emotional: Franco Fagioli zieht mit intensiver Interpretation in den Bann

Franco Fagioli ist einer der wenigen Countertenöre, die sich bisher der Rolle des Serse angenommen haben, und das neue Album ist tatsächlich die erste Gesamteinspielung mit einem Countertenor in der Titelrolle. Ursprünglich wurde die Rolle des Serse von einem Sopran-Kastraten gesungen; heute wird sie meist von einem Mezzosopran oder aber von einem Countertenor übernommen, was ihr einen ganz besonderen Klangcharakter verleiht. Franco Fagioli hat die Rolle des exzentrischen Monarchen intensiv durchdrungen und nimmt die Hörer auf dem neuen Album mit auf eine hochemotionale Reise, mitten hinein in die musikalische Welt des 18. Jahrhunderts. Dabei ist seine Interpretation ebenso historisch versiert wie modern ausgereift und überzeugt mit ihrer eindrücklichen Ausdeutung der verschiedenen Gefühlszustände und Beziehungsmomente, die im Verlauf der turbulenten Oper entstehen. Kongeniale musikalische Partner sind Fagioli hierbei Solisten wie Francesca Aspromonte, Inga Kalna, Vivica Genaux, Marianna Pizzolato oder Biagio Pizzuti und Andreas Wolf, instrumental begleitet vom versierten Barockorchester Il Pomo d’Oro. So gelingt auf dem Album "Serse" eine mitreißende Gestaltung, die Händels Meisterwerk lebendig in Szene setzt.