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18.10.2018
Diverse Künstler

Höchste Poesie der Klavierkunst – Wilhelm Kempffs Schubert-Aufnahmen in audiophiler Edition

Er gilt als Genie einer poetisch schwebenden Klavierkunst. Jetzt erscheinen seine träumerischen Schubert-Aufnahmen in einer audiophilen Edition.

Diverse Künstler, Höchste Poesie der Klavierkunst – Wilhelm Kempffs Schubert-Aufnahmen in audiophiler Edition © Siegfried Lauterwasser Wilhelm Kempff

Jean Sibelius soll einmal über Wilhelm Kempff gesagt haben: "Sie spielen nicht wie ein Pianist, sondern wie ein Mensch." Damit meinte der große finnische Komponist wahrscheinlich, dass Wilhelm Kempff jegliche Künstlichkeit vermeidet, dass er sich in seinem Klavierspiel als Mensch offenbart, mit all seinen Empfindungen, seiner Verletzlichkeit und seinen Ausdrucksbedürfnissen.

"Magisches Elixier": Wilhelm Kempff (1895–1991)

Das Markenzeichen von Wilhelm Kempff war sein schwebender, träumerisch-poetischer Ton. Der Pianist konnte sich am Klavier gehen lassen, ohne je die Kontrolle zu verlieren. Präzision, die Transparenz von Harmonien und rhythmische Akkuratesse waren ihm wichtig, wie er vor allem in seinen Beethoven-Aufnahmen genial unter Beweis gestellt hat. Aber ans Eingemachte, in den innersten Bezirk seines romantischen Ausdrucks ging es, wenn er Schubert spielte. Hier kam er zu sich selbst. Hier konnte er träumen, schweifen und schwelgen.

"Seinen wahrhaftigsten Ausdruck erzielte Kempff bei Schubert", so das Musikmagazin Gramophone bündig. "Der Glanz und die Durchsichtigkeit seines Tons, sein magisches Elixier, bleiben einzigartig in der Geschichte des Klavierspiels." Schubert gestattete Kempff, seine größten Fähigkeiten auf dem Klavier auszureizen: den klaren Ton, die poetische Empfindsamkeit und – oft übersehen – sein entspanntes Spiel, ja seine Coolness, mit der er zum Beispiel die Moments musicaux von Franz Schubert beinahe in improvisatorische Sphären hob.     

Höchste Poesie der Klavierkunst: Schuberts Feinsinn

Jetzt erscheinen Kempffs grandiose Schubert-Aufnahmen, die er unter der Regie der Deutschen Grammophon vorgenommen hat, in einer limitierten, audiophilen Edition. Damit wird erstmals die ganze Klangschönheit seiner Schubert-Interpretationen erlebbar. Die Ausgabe umfasst 9 Tonträger und eine Blu-ray Audio Disc, die im hochauflösenden 24-bit/192kHz-Format gemastert wurde. Eine besondere pianistische Kostbarkeit der Ausgabe: das Ständchen "Horch, horch, die Lerch' im Ätherblau", ein Klavierarrangement von Franz Liszt.

Das Digitalisat aus der Schellack-Ära war den technischen Aufwand allemal wert. Kempffs berührend naives Spiel, seine gedankenverlorenen tänzerischen Sprünge verraten, wie sehr er die Einfachheit bei Schubert liebte und wie geschickt er vom Liedhaften ausgehend in die komplexeste Klavierpoesie einzutauchen vermochte, hier ermöglicht durch das kongeniale Arrangement von Franz Liszt. Dieses Stück befindet sich auf der siebten CD, nicht jedoch auf der Blu-ray.

Audiophiles Format: Differenzierte Klänge

Alle anderen Aufnahmen, darunter viele großartige Klaviersonaten, Impromptus, die Moments musicaux und natürlich die Wanderer-Phantasie, sind in dem audiophilen Format erlebbar. Besonders eindringlich: die schwebende Atmosphäre der Moments musicaux, die Kempff sanft perlen lässt. Die Klaviersonaten, besonders die späten, zeigen den Pianisten auf der Höhe seiner differenzierten, klassischen Spielkunst.

Die Fülle an harmonischen Farbschattierungen, die sich hier abzeichnet, ist in der audiophilen Variante ein ganz besonderes Hör-Erlebnis. Bleibt, auf das unterhaltsame Booklet hinzuweisen, das sich neben den CDs und der Blu-ray in dem schönen Schuber der Ausgabe findet. Es umfasst 44 Seiten, enthält einen neuen Essay des Musikkritikers Gregor Willmes und wartet mit bislang unveröffentlichten Fotos sowie mit Faksimiles originaler Aufnahmeprotokolle auf.