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20.09.2018
DG120

Wiederentdeckte Schätze – Das "Shellac Project" geht in eine neue Runde

Deutsche Grammophon führt das Schellack Projekt fort und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture weitere große Aufnahmen aus dem Archiv, darunter neapolitanische Lieder und Kammermusik ebenso wie Auszüge aus Opern von Verdi und Wagner.

DG120, Wiederentdeckte Schätze – Das Shellac Project geht in eine neue Runde © DG The Shellac Project

Im Rahmen des Schellack Projekts gelingt es der Deutschen Grammophon pünktlich zu ihrem 120-jährigen Jubiläum mittels neuester digitaler Transfer-Technik, historische Aufnahmen in ungeahnter Klangqualität zu präsentieren. Gemeinsam mit Google Arts & Culture wird durch das wegweisende Projekt der digitale Zugang zu einem der ältesten und bedeutendsten Tonarchive der Welt ermöglicht. Nachdem im August bereits eine Auflage von 75 Stücken zur digitalen Veröffentlichung kam, folgt am 21. September eine zweite Sammlung mit 39 Titeln, die von 42 Metallmatrizen transferiert wurden. Erstmals im Schellack-Projekt vertreten ist Fritz Kreisler. Der österreichische Geiger ist mit einer 1911 entstandenen Einspielung seines "Tambourin chinois" zu hören. Hinzu kommen Aufnahmen der italienischen Baritone Mattia Battistini und Umberto Urbano, der französisch-deutschen Altistin Sigrid Onégin sowie der Tenöre Julius Patzak und Helge Rosvaenge.

Orchestermusik und große Stimmen

Zu hören ist außerdem Orchestermusik aus Wagner-Opern, die unter der Leitung von Max Schillings vom Orchester der Berliner Staatsoper, der heutigen Staatskapelle Berlin, in den Jahren 1926 und 1927 aufgenommen wurde, darunter die Karfreitagsmusik aus "Parsifal" und die Ouvertüre zu "Der fliegende Holländer". Zudem enthält die Sammlung mit Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart, im Jahr 1943 eingespielt mit dem Concertgebouw-Orchester unter Eduard van Beinum, das erste vollständige Orchesterwerk des Schellack-Projekts. Auch Liebhaber großer Stimmen kommen wieder auf ihre Kosten, so etwa mit Aufnahmen von Sigrid Onégin. Sie interpretierte 1919 Brahms" "Sapphische Ode", am Klavier begleitet von Bruno Seidler-Winkler, dem Künstlerischen Direktor der Deutschen Grammophon. Vergleichen lässt sich die Aufnahme der Arie "Eri tu che macchiavi" aus Verdis "Un ballo in maschera" von Mattia Battistini aus dem Jahr 1907 mit der Einspielung der gleichen Arie von Umberto Urbano aus den 1920er Jahren. Beide Künstler sind mit mehreren Aufnahmen vertreten. Außerdem ist der zu Unrecht in Vergessenheit geratene Tenor Koloman von Pataky mit weiteren Arien zu erleben, darunter "Donna non vidi mai" aus Puccinis "Manon Lescaut".

Von der Lackschildlaus bis zur digitalen Veröffentlichung

Emil Berliner griff bei der Produktion der ersten Schallplatten auf Schellack zurück, eine harzartige Substanz, die von den Weibchen der indischen Lackschildlaus ausgeschieden wird und zuvor als Lack Verwendung gefunden hatte. Trotz ihrer Zerbrechlichkeit wurden von Mitte der 1890er-Jahre bis Mitte der 1940er-Jahre Schallplatten aus diesem Material gefertigt, sie waren günstig und leicht herzustellen. Den Weg für Tonaufnahme und -wiedergabe hatte bereits Thomas Edison mit seiner Wachszylinder-Methode geebnet. Berliner schnitt statt in Zylinder in wachsbeschichtete rotierende Platten und überwand so gemeinsam mit seinen Ingenieuren die Grenzen der schon bestehenden Methode. Mittels eines galvanoplastischen Verfahrens war es nun möglich, ein Kupfermaster sowie robuste "Mütter" und "Väter" herzustellen, von denen viele Kopien der Originalaufnahme gepresst werden konnten. Für das Schellack-Projekt wurden auf Grundlage der noch existierenden "Mutter"-Platten mittels moderner Plattenspieler und Remastering-Softwares eine Vielzahl legendärer Aufnahmen digitalisiert und so das Eintauchen in eine verloren geglaubte Musikwelt ermöglicht.

Verfügbar auf allen DG Kanälen sowie den Partner-Plattformen Google Play Music, YouTube Music, Spotify, Apple Music und Amazon. Mehr Informationen und weitere Inhalte finden Sie auf der Google Arts & Culture Plattform (g.co/deutschegrammophon) sowie auf der DG120-Website (www.dg120.info).