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28.02.2018
Jóhann Jóhannsson

"Englabörn & Variations" - Denkwürdiges Doppelalbum des jüngst verstorbenen Jóhann Jóhannsson

Am 9. Februar ist Jóhann Jóhannsson in Berlin verstorben. Am 23. März erscheint sein Album "Englabörn & Variations" bei Deutsche Grammophon, das er kurz vor seinem Tod fertig gestellt hat.

Jóhann Jóhannsson, Englabörn & Variations - Denkwürdiges Doppelalbum des jüngst verstorbenen Jóhann Jóhannsson © Jónatan Grétarsson / DG Jóhann Jóhannsson

Das Doppelalbum "Englabörn & Variation" von Jóhann Jóhannson ist eine Neuveröffentlichung seines Debutalbums "Englabörn" von 2002 in neu abgemischtem Sound zusammen mit einer Sammlung ganz neuer "Reworkings". Es ist ein berührendes posthumes Zeugnis seiner eindringlichen Tonsprache und Ausdruckskraft.

Auf dem neuen Doppelalbum hat sich Jóhannsson selbst mit seinem ersten Solo-Album aus dem Jahr 2002 auseinandergesetzt und diesem neue Variationen hinzugefügt. So enthält es eine Klavierversion des Titeltracks gespielt von DG-Kollege Víkingur Ólafsson und ergreifende Chorstücke mit dem Ensemble Theatre of Voices. Aber auch andere international bekannte Musiker, die Jóhannsson bewunderte, haben ihre Interpretationen hinzugefügt: Darunter der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto, Ambient-Duo A Winged Victory for a Sullen, Komponist und Produzent Paul Corley. "Seine Musik ist herausragend in ihrer intensiven Klangfülle und lyrischen Dichte. Und sie ist für meine Ohren sehr isländisch", so Sakamoto.

Meister atmosphärischer Klangbilder

Jóhann Jóhannsson hat in seinen Werken einen ganz eigenen Kosmos an Klängen erschaffen, Musik voll melodischer Eleganz und tiefer Melancholie. Sein faszinierend dichtes und soghaftes Debutalbum "Englabörn" legte den musikalischen Grundstein für zahlreiche weitere Projekte. Dass ausgerechnet das Album mit dem Jóhannsson seine Solo-Karriere begann diese nun beschließt, das hat niemand so geplant. Doch es zeigt ihn als den sensiblen Klangmaler und poetischen Erzähler, der er war. Sein erstes Album hat auch nach 16 Jahren nichts an Kraft und Tiefe verloren und Jóhannsson wollte das Alte neben dem Neuen erklingen lassen.