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17.11.2017
ECM Sounds

ECM - Gegen den Strom streamen

Zum ersten Mal überhaupt ist der komplette ECM-Katalog - rund 1.600 Aufnahmen - bei einer Vielzahl von Streaming-Diensten verfügbar.

ECM Sounds, ECM - Gegen den Strom streamen © Roberto Masotti Manfred Eicher

"Das Label schwebt imponierend über dem Jazz, nicht nur wegen seines annähernd 40 Jahre umspannenden Back-Katalogs, sondern auch als ständiges Ideal für kontemplative improvisierte Musik...", schrieb der New-York-Times-Kritiker Ben Ratliff 2008 über ECM Records. Inzwischen geht das Label stramm auf sein 50-jähriges Jubiläum zu und wurde seit Ratliffs Artikel in den DownBeat Critics Poll mit ehrfurchtgebietender Konstanz (einzige Ausnahme war das Jahr 2011) zum "Plattenlabel des Jahres" ernannt. Meist gewann Manfred Eicher parallel dazu auch die Wahl zum "Produzenten des Jahres". Der vormalige Kontrabassist der Berliner Philharmoniker hatte das anfangs nur auf Jazz und improvisierte Musik spezialisierte Label 1969 in München aus der Taufe gehoben und als erstes ECM-Album Mal Waldrons "Free At Last" produziert. Schnell fanden junge, vielversprechende Jazzkünstler aus den USA und Europa - etwa Keith Jarrett, Chick Corea, Dave Holland, Jan Garbarek und Terje Rypdal - den Weg zu ECM und halfen dabei, das Label bis Mitte der 70er Jahre zu einem der stärksten Impulsgeber der gesamten zeitgenössischen Jazzszene zu machen. 1984 schuf Eicher die ECM New Series als Plattform für zeitgenössische E-Musik und moderne Aufführungen klassischer Werke, während bei ECM Records selbst auch immer mehr ethnisch gefärbte Musik aus allen Teilen der Welt ein Zuhause fanden.

Der Katalog des Labels ist mittlerweile auf rund 1.600 Aufnahmen angewachsen, von denen viele längst Klassikerstatus besitzen. Als das Magazin Jazzwise vor ein paar Jahren eine Liste mit "100 Jazzalben, die die Welt erbeben ließen" herausgab, befanden sich auf ihr nicht weniger als sieben ECM-Produktionen: natürlich Keith Jarretts "The Köln Concert", Pat Methenys "Bright Size Life", Jan Garbareks "Afric Pepperbird", Chick Coreas "Return To Forever", Eberhard Webers "The Colours Of Chloë", das titellose erste Album von Evan Parker und Derek Baileys Music Improvisation Company sowie Tomasz Stankos "Soul of Things". Heute befänden sich auf dieser Liste sicherlich auch Vijay Iyers "Break Stuff" und "In Movement" von Jack DeJohnette, Ravi Coltrane und Matthew Garrison. Einen vergleichbaren Einfluss übten auf die E-Musikszene auch Veröffentlichungen der ECM New Series wie Arvo Pärts "Tabula Rasa" oder "Officium" von Jan Garbarek mit dem Hilliard Ensemble aus.

Nun wird der umfangreiche ECM-Katalog erstmals komplett über eine Vielzahl von Streaming-Diensten verfügbar sein. Dabei wird die Musik von ECM erstmalig, zusätzlich zum gewohnten Album-Format, in Form von Playlisten präsentiert, die kompetent vom Münchner Label kuratiert wurden.

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