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16.11.2017
Karl Richter

Genie der Chormusik – Noble Bach-Edition von Karl Richter

Kein Dirigent verlieh Bachs Chormusik eine solche Intensität und Frische. Jetzt erscheinen seine Kultaufnahmen mit dem Münchener Bach-Chor in einer audiophilen Deluxe-Edition.

Karl Richter, Genie der Chormusik – Noble Bach-Edition von Karl Richter © Siegfried Lauterwasser / DG Karl Richter

Wenn er sich erholte, gab’s Whiskey, und dazu steckte er sich genussvoll eine an. Karl Richter war so ziemlich das Gegenteil von einem biederen Kirchenmusiker, der die Askese pflegt. Alles an ihm war Sinnenfreude, Großzügigkeit, die seiner musikalischen Strenge nie im Wege stand. Als er mit 30 Jahren seine erste Professur erhält, da unterrichtet er seine Privatschüler fortan unentgeltlich. Er tat es damit seinem großen Lehrer gleich, dem Thomaskantor Karl Straube, der auch kein Geld von ihm verlangt hatte, nur "17 Pfennig Stromzins pro Orgelstunde", so Richter.

Von Tokio bis Paris: Die Weltgeltung Karl Richters

Entscheidend ist für den passionierten Chorleiter die Musik. Oder besser: der Geist der Musik, ihre Fülle und trostspendende Kraft. Um dem auf die Spur zu kommen, unternimmt er so ziemlich alles. Für die Musik verausgabt er sich und arbeitet sich an Details und Nuancen ab. Erst wenn das Ergebnis da ist, wenn Bachs Chormusik in ihrer unendlichen Schönheit erklingt, wissen alle, worauf der feinsinnige Dirigent hinauswollte.

Dass man mit geistlicher Musik weltberühmt wird, ist eher die Ausnahme. Karl Richter gelingt es. Als er im Jahre 1981 mit nur 54 Jahren stirbt, fasst Die Zeit sein Wirken wie folgt zusammen: "Seinem Münchner Bachchor und -Orchester hat fast zwei Jahrzehnte lang die musikalische Welt von New York bis Leningrad, von Tokio bis Paris zu Füßen gelegen, viele seiner unfehlbaren Aufnahmen gehören zu den meistgekauften Schallplatten."

Göttliche Fülle: Bachs Weihnachtsoratorium

Jetzt erscheinen diese Aufnahmen in einer audiophilen Deluxe-Edition. Auf 11 CDs, 4 DVDs und einer Blu-ray Audio Disc (24-bit/96kHz) lässt sich die hohe Interpretationskunst Karl Richters nun umfassend bewundern. Passend zur Vorweihnachtszeit und erstmals digital zu erwerben ist Bachs Weihnachtsoratorium in einer bahnbrechenden Einspielung mit Gundula Janowitz und Christa Ludwig. Ebenfalls in den Soloparts: der unvergessene Star-Tenor Fritz Wunderlich.

Welch eine Aufnahme! Musik von einem anderen Stern, so feierlich, so andachtsvoll, dass man im Nu zur Ruhe kommt und in Weihnachtsstimmung gerät. Das Gefühl von Erhabenheit ergreift einen, beim Hören der Matthäus-Passion, der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe. Monumentale Chorwerke, die mit klanglichen Schönheiten aufwarten, die staunen machen und deren trauernde Grundstimmung doch nie deprimiert. Im Magnificat dominiert schließlich ein triumphaler, freudetrunkener Ton. Alles ist gut! Nichts geht verloren!

Runde Edition: Audiophiler Hochgenuss

Karl Richter hat die tröstende Dimension von Bachs Chormusik tief durchdrungen. Dabei ließ er nichts aus, begab sich in düstere Klanggefilde genauso entschieden, wie er sich den freudvollen Ausbrüchen widmete. Diese enorme Spannbreite vermittelt sich eindrucksvoll auch in den DVDs mit den Passionen und der h-Moll-Messe.

Wie sich Richters innere Spannung auf die jungen Sängerinnen und Sänger des Münchner Bach-Chors überträgt, ist ein visuelles Erlebnis ohnegleichen. Für audiophilen Hochgenuss sorgt die Blu-ray mit allen Aufnahmen der limitierten Edition, deren passenden Schlussstein das unterhaltsame Booklet bildet. Es umfasst 148 Seiten und wartet mit hochinformativen Essays, Libretti des Repertoires und seltenen Fotos auf.