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12.10.2017
Max Richter

Hoch gerankt: Max Richters Soundtrack zur Episode "Nosedive" aus der Science-Fiction-Serie "Black Mirror" erscheint auf CD und Vinyl

Ein Jahr nach ihrer digitalen Veröffentlichung steht die Musik aus der britischen Netflix-Reihe in perfekter Klangqualität bereit.

Max Richter, Hoch gerankt: Max Richters Soundtrack zur Episode Nosedive aus der Science-Fiction-Serie Black Mirror erscheint auf CD und Vinyl © Rhys Frampton Max Richter

Die Erstausstrahlung der Episode "Nosedive" (Sturzflug) aus der mit einem Emmy prämierten britischen Kult-Serie "Black Mirror" begeisterte im vergangenen Oktober die Medien und das Publikum. Die untergründig düstere, dabei tragikomische Folge hat der Komponist Max Richter mit einem sanften, stimmungsaufhellenden Score unterlegt, der nun endlich auch auf physischen Tonträgern erscheint.

"Nosedive" ist eine Satire auf die sozialen Medien und ihre Welt der Bewertungen und Likes

Lacie Pound, brillant gespielt von Bryce Dallas Howard ("Jurassic World"), ist besessen davon, ihren Wert auf einer allumfassenden App von 4,2 auf 4,5 zu erhöhen, ihr gesamtes Leben dreht sich nur noch darum, indes, es klappt nicht so. Wie andere "Black Mirror"-Episoden ist auch "Nosedive" nur einen Hauch entfernt von der Realität der Facebook-Generation: 15 Jahre nach der ersten Casting-Show ist die "Persönlichkeit" zur Währung geworden, wollen viele ihren digitalen Rang durch positive Netz-Kommentare über sich erhöhen. Als "antiseptische, pastellfarbene Hölle" beschrieb der britische Telegraph die Episode.

Max Richters Soundtrack bekam – man muss es so ausdrücken – Bestnoten:

Richter schaffe es "einfach immer wieder, den Zuhörer mit seinem ruhigen, eindringlichen Spiel und seinen besonderen musikalischen Mustern einzufangen. Das galt schon für 'The Leftovers', gelingt hier aber nochmal in gesteigerter Form", meinte das Magazin Seriesly Awesome. Eine Rezension der KlassikAkzente zur digitalen Veröffentlichung des Soundtracks lesen Sie hier.

Der Score von Nosedive sei wie "ein warmes, beruhigendes Wiegenlied", kommentierte Richter

Bevor er mit dem Komponieren begann, traf Richter den Regisseur Joe Wright ("Wer ist Hanna?", "Anna Karenina“), um über das Drehbuch zu sprechen. Natürlich schielen die Autoren Rashida Jones und Michael Schur ("Parks and Recreation") dort auch in Richtung George Orwell ("1984") und Aldous Huxley ("Schöne Neue Welt"): zwei dystopische Klassiker. Er habe sich dann dazu entschieden, den Film wie einen langen Traum zu behandeln", sagte Richter. Der Score sei wie "ein warmes, beruhigendes Wiegenlied". Die Musik suggeriere, dass wir "existentiell sicher wären, auch wenn das offensichtlich {im Film} nicht der Fall" sei. Die immer wiederkehrenden, stetig pulsierenden Motive sollen uns "in einen Zustand der Gehirnwäsche einlullen", so dass der Hörer am Ende wie aus einem Traum aufwacht, kommentierte der in Oxford lebende Komponist. In den traumwandlerischen Streichern, den ritardierenden Piano-Arpeggios, dem changierenden melodischen Lichteinfall erkennt man sofort seine Handschrift. "Nosedive" ist zwingend im Werk von Max Richter.