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13.09.2017
Mari Samuelsen

Verführerische Dunkelheit - "Nordic Noir" von Mari Samuelsen ist ein Kaleidoskop faszinierender Stimmungen

Mari Samuelsen geht als Künstlerin abseits des Mainstream ihren eigenen Weg. Für ihr neues Album "Nordic Noir" hat die norwegische Geigerin gemeinsam mit skandinavischen Komponisten starke Klangbilder geschaffen.

Mari Samuelsen, Verführerische Dunkelheit - Nordic Noir von Mari Samuelsen ist ein Kaleidoskop faszinierender Stimmungen © Kaja Bruskeland / Decca Mari Samuelsen

Skandinavische Krimis ziehen das Publikum magisch in den Bann und haben sich zu einem eigenständigen Genre entwickelt, das sich auch durch eine spezifische klangliche Gestaltung auszeichnet. Renommierte Komponisten wie Uno Helmersson, Johan Söderqvist und Frans Bak haben in der Vergangenheit düstere und spannungsgeladene Filme wie "The Killing", "Die Brücke", "Erbarmen", "Nordlicht" oder "Tannöd" mit ihrer Musik um eine weitere ästhetische Ebene bereichert und sorgen musikalisch für Herzklopfen und Gänsehaut. Auf ihrem Album "Nordic Noir" stellt die Geigerin Mari Samuelsen ein großes Verständnis für diese komplexe und bildhafte Klangsprache unter Beweis und präsentiert sich in einer gelungenen Zusammenstellung faszinierender Kompositionen als experimentierfreudige Solistin.

Inspirierende Zusammenarbeit

Mari Samuelsen ist dafür bekannt, dass sie in den Stücken, mit denen sie sich auseinandersetzt, immer auch nach einer inhaltlichen musikalischen Beteiligung sucht, mit der sie sich künstlerisch völlig identifizieren kann. So sind die Aufnahmen für das Album "Nordic Noir" zum Teil in engem Austausch zwischen der Geigerin und den zeitgenössischen skandinavischen Komponisten Uno Helmersson, Johan Söderqvist und Frans Bak entstanden. Die drei Musiker gehören zu den führenden Komponisten Skandinaviens. Mit dem Titel "Timelapse" gibt das Album "Nordic Noir" einen Einblick in Uno Helmerssons Filmmusik für die Dokumentation "Magnus". "Love&Rage" ist die Titelmusik zum gleichnamigen britisch-irisch-deutschen Drama, die Johan Söderqvist bereits 1998 komponiert hat. Die Werke "Study in Rituals: Prelude" und "Study in Rituals Part 1 and Part 2" haben die schwedischen Komponisten explizit für Mari Samuelsen komponiert und diese musikalische Verbindung ist deutlich spürbar - keine Nuance scheint dem Zufall überlassen. Mit Fras Baks musikalischem Tryptichon "The Mist  Part I,II,III" enthält "Nordic Noir" eine weitere faszinierende Neukomposition. Die beeindruckende Intensität, mit der die Geigerin darin jeden Bogen zum Ende führt, schafft eine Atmosphäre atemloser Spannung. Mari Samuelsens Ausdrucksvermögen transportiert sich in einer glühenden Klarheit der Töne, die nie an Strahlkraft verlieren.

Keine Angst vor der Dunkelheit

Neben den spannungsreichen musikalischen Ausflügen in die Welt des Films, hat Mari Samuelsen auch Arrangements einiger Kompositionen von Ólafur Arnalds und Arvo Pärt eingespielt, die das Album um weitere dunkle Klangfarben bereichern. Das melancholische Werk "Near Light" gehört zu den sieben "Living Room Songs", die Ólafur Arnalds 2011 in seinem Wohnzimmer in Reykjavik aufgenommen hat, "Words of Amber" hat der isländische Komponist 2013 auf dem Album "For now I am Winter" festgehalten. "Darf ich..." für Solovioline, Röhrenglocke und Streicher von Arvo Pärt fügt sich als weiteres elektrisierendes Puzzleteilchen in das rundum stimmige Album ein, mit dem Mari Samuelsen ein eindrucksvolles Solo-Debüt bei Decca gelungen ist.