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26.01.2017
Víkingur Ólafsson

"Philip Glass: Piano Works" - Víkingur Ólafssons soghafte Hommage an den Meister der Minimal Music

Pünktlich zum 80. Geburtstag von Philip Glass erscheint ein Aufsehen erregendes Album des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson.

Víkingur Ólafsson, Philip Glass: Piano Works - Víkingur Ólafssons soghafte Hommage an den Meister der Minimal Music © Ari Magg / DG Víkingur Ólafsson

Die eindringliche und betörende Wirkung der Werke von Philip Glass ist längst Kult. Am 31. Januar feiert der amerikanische Komponist seinen 80. Geburtstag und passend zu diesem Jubiläum erscheint bei Deutsche Grammophon das Debutalbum des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson. "Philip Glass: Piano Works" lautet der schlichte Titel dieses faszinierenden Opus', das die Klavieretüden des legendären Minimal-Music-Schöpfers ins Zentrum stellt und sie mit packender Dichte und Kompromisslosigkeit durchdringt und ausleuchtet. Am 27. Januar wird das Album veröffentlicht.

Eine musikalische Meditation über die Zeit

"Musik ist ein Ort, der so real ist wie jeder andere Ort, an dem du schon einmal gewesen bist", hat der Komponist Philip Glass einmal über die Welt der Töne gesagt. In seinen eigenen Stücken hebt er durch das Spiel mit wiederkehrenden melodischen Pattern und kreisenden Rhythmen nicht selten Zeit und Raum aus den Angeln und kreiert so einen flirrenden Kosmos, der beim Hörer farbenreiche innere Bilder entstehen lässt. Mit den Klavieretüden von Glass finden sich auf dem neuen Album vielschichtige und sinnliche Werke von sehr unterschiedlichem Charakter, wobei ihr Spektrum von innig meditativen Klanggemälden bis hin zu emotional aufwühlenden und virtuos durchkomponierten Etüden von großer Expressivität reicht. Ergänzt werden die Klavieretüden durch eindrucksvolle Reworks von Werken von Philip Glass durch Christian Badzura. In keinem Moment verharrt die Musik von Glass dabei im unterkühlt intellektuellen Bereich. Stattdessen entfaltet sie in ihrer eindringlichen und intensiven Tonsprache eine soghafte Wirkung, deren Kraft und Zauber sich im Laufe des Albums immer stärker offenbaren.

Virtuoser Klangkünstler und feinsinniger Interpret: Víkingur Ólafsson begeistert auf seinem Debutalbum mit faszinierender Reife in seinem Spiel

Der Pianist Víkingur Ólafsson, der erst jüngst als Exklusivkünstler bei Deutsche Grammophon unter Vertrag genommen wurde, hat sich für sein Album "Philip Glass: Piano Works" intensiv mit dem außergewöhnlichen Werk des Komponisten beschäftigt und im persönlichen Austausch mit Glass einen ganz besonderen Blick auf dessen Stücke gewonnen. So sagt er über die musikalische Struktur der Etüden: „Oberflächlich betrachtet scheinen sie voller Wiederholungen zu sein. Aber je mehr man sie spielt und über sie nachdenkt, desto mehr scheinen sich ihre Narrative gleich einer Spirale vorwärts zu drehen. Solange sich die Zeit weiter vorwärts bewegt, hören wir nie zweimal die gleiche Musik, selbst wenn die Klangfolgen auf dem Papier gleich aussehen“. Mit seiner derartigen Interpretation der Klavieretüden von Philip Glass gelingt dem 32-jährigen Musiker nichts weniger als ein pianistisches Meisterwerk von tiefer Emotionalität und mitreißender Kraft. Die kreisende Wiederkehr des musikalischen Materials wird unter seinen Händen als Art musikalischer Wiedergeburt erlebbar, wobei sich die schillernden Klangfarben und Stimmungen im Laufe der Zeit immer wieder neu formieren. Mit filigraner und sensibler Anschlagskultur, einer großen Wärme in der Tongebung und der akribischen Durchdringung der einzelnen Klangschichtungen und Muster erweckt Ólafsson die Etüden vielfältig und spannungsvoll zum Leben und erweist dem legendären Komponisten zu seinem 80. Geburtstag eindrucksvoll die Ehre.