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13.10.2016

Musikalisches Gruselkabinett - Kent Nagano ist mit "Danse macabre" ein spannendes Konzeptalbum gelungen

Das Obskure, Makabre und Unheimliche inspirierte auch große Komponisten. Kent Nagano hat mit dem Orchestre symphonique de Montréal eine Auswahl faszinierender Werke eingespielt.

Kent Nagano, Musikalisches Gruselkabinett - Kent Nagano ist mit Danse macabre ein spannendes Konzeptalbum gelungen © Decca Danse Macabre

Sechs Werke von sechs großen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts sind auf dem Album "Danse macabre" vertreten. Die Stücke gewähren Einblicke in die Faszination der Romantiker für gruselige Phantasien. Der amerikanische Dirigent Kent Nagano hat Kompositionen von Camille Saint-Saëns, Modest Mussorgsky, Paul Dukas, Antonín Dvořák, Mily Balakirev und Charles Ives ausgewählt, um ein musikalisches Porträt von der Lust des Fürchtens zu malen. Schaurig schön gestaltet das Orchestre symphonique de Montréal alle kompositorischen Geistesblitze der romantischen Tondichter aus.

Inspirierende Vorlagen

"Der Zauberlehrling" ist das bekannteste Werk des Komponisten Paul Dukas und eine phantasievolle Vertonung der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe. Kent Nagano erzählt mit viel Esprit die Geschichte des übereifrigen Zauberschülers, dem seine ersten praktischen Versuche über den Kopf wachsen. Auch Antonín Dvořáks sinfonische Dichtung "Die Mittagshexe" op. 108 entführt in die Welt der Magie und bedient sich im Orchester an vielen effektvollen Klangfarben, die von Karel Jaromír Erbens Sammlung böhmischer Sagen inspiriert wurden. Modest Mussorgskys "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" wurde von Nikolai Rimsky-Korsakov orchestriert und darf als Geniestreich russischer Programmmusik des 19. Jahrhunderts auf diesem Album nicht fehlen. Grandios sind die bedrohlich flirrenden Streicher, die gemeinsam mit bissigen Bläsern samt kreischender Piccoloflöte eine unheilvolle Atmosphäre kreieren und den furchteinflößenden Tanz der Hexen in der Johannisnacht zum Leben erwecken. Kent Nagano entlockt dem kanadischen Klangkörper völlig unerschrocken erneut eine große Palette kontrastreicher Nuancen.

Unerschöpflicher Abwechslungsreichtum

Mily Balakirevs "Tamara" geht auf ein Gedicht des russischen Poeten Mikhaïl Iourievitch Lermontov zurück und erzählt von der schönen und dämonischen Prinzessin Tamara, die in den sinfonischen Klängen Gestalt annimmt. Im Danse macabre op. 40 von Camille Saint-Saëns kann Andrew Wan, der Konzertmeister des Orchestre symphonique de Montréal, solistisch brillieren und paart die virtuose Leichtfüßigkeit gekonnt mit einem melancholisch-morbiden Touch.

Charles Ives’ Allegro Vivace aus seinen Three Outdoor Scenes mit dem Titel "Hallowe'en" passt perfekt in diese Jahreszeit und rundet das Album perfekt ab. Kent Nagano hat ein Album kreiert, das keine Sekunde langweilig wird. Gebannt folgt man dem Orchester und seinem Zauberlehrer auf ihren musikalischen Abenteuern und bekommt eine Idee vom großen Einfluss, den diese Werke auf den romantischen Zeitgeist hatten.