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30.06.2016

Hinreißende Arien – Limitierte Edition mit Händels größten Oratorien

Seine geistlichen Werke sind reich an ergreifenden Arien und feierlichen Chören. Jetzt veröffentlicht Decca eine streng limitierte Edition mit den größten Oratorien von Georg Friedrich Händel.

Christopher Hogwood, Hinreißende Arien – Limitierte Edition mit Händels größten Oratorien ⒸDecca Die großen Händel Oratorien

Er war – gesegnet  mit einem unermüdlichen Schaffensdrang – einer der produktivsten Komponisten des Barockzeitalters. Sein Innerstes verlangte immerzu nach Ausdruck und wie jeder große Künstler suchte er nach einer Form, die zu ihm passte.

Dramatisches Temperament: Georg Friedrich Händel

Die Oper hatte es Georg Friedrich Händel angetan. Hier konnte er sein musikalisches Temperament voll zur Geltung bringen. Händel liebte es, dramatische Stoffe zu vertonen und ihnen durch Musik eine besondere Gefühlsintensität zu verleihen. Als Schöpfer hinreißender Arien gelang es ihm mit Leichtigkeit, das Publikum in Bann zu schlagen und in die Bühnenhandlung zu verwickeln. Schon als Opernkomponist setzt er dabei Chöre ein.

Als er sich in den 1740er Jahren mehr und mehr auf das Komponieren von Oratorien verlegte, profitierte er von seinen Erfahrungen als Opernkomponist. Wie man Spannung erzeugt, wusste der große Hallenser, der in England triumphal Karriere machte. Bei den Oratorien war er noch stärker gefordert als bisher, Emotionen in die Musik zu packen. Ohne Schauspieler, ohne Bühne musste sich das ganze dramatische Geschehen durch den zumeist biblischen Text und die Musik vermitteln.

Feierliche Chöre und hinreißende Arien: Die Oratorien

Händel reformierte die tradierte Form des Oratoriums, schuf ein eigenes Genre, das man später englisches Oratorium nannte. Dessen Hauptmerkmal: die prominente Rolle des Chores, der zu einem wichtigen Träger der Handlung wird. Mit dieser Weiterentwicklung des Oratoriums entsteht eine Form, innerhalb derer er als ihr Schöpfer meisterlich schalten und walten kann. Er komponiert ein Oratorium nach dem nächsten, komponiert schließlich mit dem "Messias" den Gipfelpunkte dieser Kunstform.  

Seine unübertroffene Meisterschaft auf diesem Gebiet demonstriert jetzt eine imponierende, streng limitierte Edition seiner großartigsten Oratorien. "Georg Friedrich Händel: The 16 Great Oratorios" umfasst 41 CDs. Die Ausgabe enthält zahlreiche Schlüsselaufnahmen von Meistern der historischen Aufführungspraxis, darunter den "Messias" in einer legendären Einspielung von Trevor Pinnock mit dem Barockorchester The English Concert und der US-amerikanischen Sopranistin Arleen Augér.   

Edle Edition: Tiefe Einblicke in Händels Oratorienkunst

Pinnocks spannungsgeladene Aufnahme bringt äußerst gelungen die triumphalen und lyrischen Gesten zum Leuchten, die Händel so selbstverständlich nebeneinander zu positionieren wusste. Nicht minder aufregend sind die Aufnahmen von Christopher Hogwood und John Eliot Gardiner, die jede auf ihre eigene Weise die Klangschönheit von Händels Werken zu strahlendem Ausdruck bringen. Hogwood arbeitet mit seinem subtil agierenden Academy of Ancient Music, brillant die harmonischen Feinheiten Händels heraus.

Dabei versäumt er es nie, auch das spritzige dynamische Moment des Komponisten herauszustellen, so etwa in dem Oratorium "La Resurrezione", in dem die Sopranistin Emma Kirkby ihre Partie mit engelsgleichem Ausdruck interpretiert. John Eliot Gardiner hat ein besonderes Gespür für die religiöse Erhabenheit Händels und erfasst mit seinem legendären Monteverdi Choir, den English Baroque Soloists und der Sopranistin Lynn Dawson den sublimen Ausdruck des Oratoriums "Jephta".

Zahlreiche meisterhafte Oratorien säumen über die Genannten hinaus die Edition, die mit ihrem gehaltvollen Booklet auch jenseits des musikalischen Hauptgehalts zu überzeugen weiß. Der Essay von Lindsay Kemp gewährt tiefe Einblicke in Händels Oratorienkunst, und die Photographien von Aufnahme-Sessions führen lebhaft die Musizierfreude der Künstler vor Augen. Kurz: Eine rundum gelungene Edition.