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24.02.2016

Hinreißende Filmmusik – Das Traffic Quintet spielt Alexandre Desplat

Er ist einer der profiliertesten Filmkomponisten der Gegenwart. Jetzt veröffentlicht das Traffic Quintet ein Album mit Highlights aus dem reichen Schaffen von Oscar-Preisträger Alexandre Desplat.

Le Traffic Quintet, Hinreißende Filmmusik – Das Traffic Quintet spielt Alexandre Desplat © Brigitte Lacombe / Mercury Classics Alexandre Desplat

Was wäre ein großer Film ohne große Musik! Musik erzeugt Stimmungen. Sie verfeinert das Filmerlebnis, und wenn man sich den Soundtrack eines geliebten Films anhört, denkt man sofort an den Kinogang zurück. Man führt sich die schönsten Szenen vor Augen und schwelgt in Erinnerungen.

Filme inspirieren seine Musik: Alexandre Desplat

Zugleich ist Filmmusik ein Klangkosmos für sich. Es gibt Soundtracks, die auch ohne die Kenntnis des dazugehörigen Films einen unwiderstehlichen Reiz ausüben. Man spürt zwar, dass die Musik mit Bildern und Geschichten zusammenhängt. Aber die Komposition braucht den Film nicht. Sie ist auch ohne das Kinoerlebnis herausragende Kunst. 

Allerdings gibt es nur wenige Meister, die solche Werke schaffen. Unter ihnen ist Alexandre Desplat einer der Größten. Der französische Komponist hat über 150 Film- und Fernsehproduktionen begleitet. Das Geschehen auf der Leinwand ist für den 1961 in Paris geborenen Musiker eine nie versiegende Inspirationsquelle. Wenn Desplat einen guten Film sieht, dann beginnt es in ihm zu arbeiten.

Klassiker der Filmmusik: Das Traffic Quintet

Harmonien und Rhythmen gehen ihm durch den Kopf, und der Drang, die Filmhandlung in Töne zu fassen, wird immer stärker. So ist es ihm schon oft gegangen, und die Filmmusiken, die er dann schuf, lösten immer wieder Begeisterung aus. Am stärksten im Vorjahr, als er für die Musik zu Wes Andersons Filmkomödie "Grand Budapest Hotel" einen Oscar erhielt. Das war die Krönung seines stetigen Aufstiegs mit vielen vorausgegangenen, meisterlichen Kompositionen. 

Darunter Scores zu Filmen wie "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes", "The King's Speech" oder "The Queen". Eine seiner Filmmusiken hat vor rund 10 Jahren die Gründung des Traffic Quintets inspiriert. Das Streicherensemble ist von der Geigerin Dominique "Solrey" Lemonnier ins Leben gerufen worden, um den Soundtrack zu Audiards Film "Das Leben: Eine Lüge" zu spielen. Seither hat sich das Quintett einen Namen gemacht mit faszinierenden Transkriptionen klassischer Filmmusik.

Eindringliches Spiel: Die Geigerin Dominique Lemonnier

Den maßgeblichen Einfluss von Alexandre Desplat hat das Ensemble dabei nie vergessen. Jetzt legt das Traffic Quintet eine ergreifende Hommage an den französischen Komponisten vor. "Traffic Quintet plays Alexandre Desplat" ist ein hinreißendes Album, das eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie hochwertig Filmmusik sein kann. Das Stimmungsspektrum reicht von melancholischen über beschwingte bis hin zu elegischen Atmosphären. Der Anfangstrack "The King’s Speech" spiegelt eine gewisse Unbedarftheit und Leichtigkeit. 

Dagegen entfaltet "Love Etc." eine von der Geigerin Dominique Lemonnier inniglich vorgetragene, elegische Melodie. "Sur mes lèvres" hat eine tiefsinnige, spätromantische Anmutung, wohingegen sich etwa "Coco avant Chanel" eher augenzwinkernd gibt. Alexandre Desplat erweist sich als ein meisterlicher Beobachter emotionaler Regungen auf der Leinwand, und er versteht es glänzend, sie in Musik zu fassen. Kurz: Ein fantastisches Album, mit einer ungeheuren Vielfalt an musikalischen Stimmungen.