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10.02.2016

Legendärer Gitarrist – Konzertaufnahmen von Narciso Yepes

Er war einer der größten Gitarristen des 20. Jahrhunderts. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon eine Edition mit ergreifenden Konzertaufnahmen von Narciso Yepes: darunter Klassiker wie Rodrigos "Concierto de Aranjuez".

Narciso Yepes, Legendärer Gitarrist – Konzertaufnahmen von Narciso Yepes © DG Narciso Yepes

Einen wie ihn gibt es nicht alle Tage. Ein technischer Meister, wie er im Buche steht, brachte Narciso Yepes auch alle emotionalen Voraussetzungen mit, um der Gitarrenmusik neue Türen zu öffnen.

Eine leise Revolution: Narciso Yepes

Narciso Yepes revolutionierte das Gitarrenspiel leise. Kein Mann großer Gesten, der viel Aufhebens um seine Person machte, vertiefte er sich geduldig in das Spiel seines Instruments und erkundete im Laufe der Jahrzehnte viele neue Klangräume der Gitarre. Legendär ist sein zehnsaitiges Instrument, das er seit 1963 spielte. Er hatte es gemeinsam mit dem renommierten Gitarrenbauer José Ramírez entwickelt.

Für einen Mann, über den man scherzte, dass er wahrscheinlich vier Hände habe, war die sechssaitige Gitarre zu klein geworden. Der Drang ging nach komplexeren Harmonien und neuem Repertoire. Und wie fulminant setzte Yepes diesen Drang in die Tat um! Immer virtuoser, immer tiefschürfender entfaltete sich sein Spiel, das auch außerhalb der eingefleischten Gemeinde von Gitarrenliebhabern viel Begeisterung auslöste. 

Auf dem Zenit: Die 60er und 70er Jahre

Narciso Yepes hatte einen großen Anteil an der wachsenden Popularität der klassischen Gitarrenmusik im 20. Jahrhundert. Der 1927 in der Nähe von Lorca im Südosten Spaniens geborene Gitarrist erlangte in den fünfziger und sechziger Jahren eine immer größere Bekanntheit. Er trat in Südamerika (1957), Japan (1960) und den USA (1964) auf. Und wo er auch hinkam, begeisterte er sein Publikum mit ungeahnten Klangressourcen seines Instruments.

Bei Yepes schien die Gitarre ein ganzes Kammerorchester zu beherbergen. Er trotzte ihr Dimensionen ab, die man nicht für möglich hielt. Jahr für Jahr verfeinerte er seine Kunst, bis er in den frühen sechziger Jahren mit seinem neuen Instrument endgültig zu seinem eigenen, unverkennbaren Stil gefunden hatte. In jene Jahre fallen die herausragenden Aufnahmen, die jetzt in einer neuen Edition versammelt vorliegen.

Außergewöhnliche Edition: Konzertaufnahmen von Narciso Yepes

"Narciso Yepes – Sämtliche Konzertaufnahmen für Deutsche Grammophon" umfasst 5 CDs. Die Edition enthält sämtliche Konzertaufnahmen, die der spanische Gitarrist während der Jahre 1969–1979 für das Gelblabel tätigte. Yepes war 20 Jahre lang bei Deutsche Grammophon exklusiv unter Vertrag. Die Zusammenarbeit erwies sich, wie sich nunmehr eindrucksvoll überblicken lässt, für beide Seiten als überaus fruchtbar. Alle der jetzt vorgelegten Aufnahmen verdienen das Prädikat "außergewöhnlich". Allen voran die Einspielung von Joaquín Rodrigos "Concierto de Aranjuez", das gleich zwei Mal in der Sammlung erscheint. Narciso Yepes war seit 1947 mit dem Komponisten bekannt.

Joaquín Rodrigo hielt Yepes für den idealen Interpreten seines "Concierto de Aranjuez": „Das ist die Musik, wie ich sie mir vorgestellt hatte“, bekannte Rodrigo, nachdem er Yepes das Konzert spielen gehört hatte. Die Edition enthält darüber hinaus viel expressives Repertoire aus dem 20. Jahrhundert (Heitor Villa-Lobos, Salvador Bacarisse, Ernesto Halffter u.a.) und glänzend interpretierte barocke und klassische Werke (Antonio Vivaldi, Mauro Giuliani). Nichts zu wünschen übrig lässt schließlich auch die Gestaltung der Edition. Die CD-Hüllen sind dem Cover-Design der Ersterscheinungen nachempfunden, und das umfangreiche Booklet informiert mit einem kenntnisreichen Essay des Gitarrenspezialisten Graham Wade ausgezeichnet über die hohe Kunst von Narciso Yepes.