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03.02.2016

Spektakuläres Klangerlebnis – Limitierte Edition von Charles Dutoit

Er hat das Sinfonieorchester von Montréal zu einem der wichtigsten Klangkörper weltweit gemacht. Jetzt veröffentlicht Decca eine Edition mit Meisteraufnahmen von Charles Dutoit: Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts in sensationeller Klangqualität.

Charles Dutoit, Spektakuläres Klangerlebnis – Limitierte Edition von Charles Dutoit Decca/© Phil Sayer Charles Dutoit

Er gehört zu den strengen Lehrmeistern der Kunst. Charles Dutoit ist ein akribischer Dirigent, der seinem Orchester keine Ungenauigkeit durchgehen lässt.

Eine Ausnahmegestalt: Charles Édouard Dutoit

Doch so streng er mit seinen Musikern ist, so hart arbeitet der 1936 in Lausanne geborene Maestro auch an sich selber. Dutoit hat es sich nie leicht gemacht. Er überlegte sich stets sehr genau, wie eine Musik zu klingen hat. Für ein gutes Ergebnis scheute er keinerlei Mühe. Das Orchestre Symphonique de Montréal avancierte unter seiner Leitung zu einem der angesehensten Klangkörper weltweit. Seine Zeit bei dem Orchester gilt allgemein als Ära. Von 1977 bis 2002 wirkte der Schweizer Dirigent in Montréal und hinterließ dort viele Spuren.

Nach und nach formte er sich ein Klangbild nach seinem Gusto. Das Orchester prägte eine unvergleichliche Klangreinheit aus, die sich speziell bei französischen Komponisten der Romantik, des Impressionismus und bei harmonisch komplexem Repertoire des 20. Jahrhunderts bezahlt machte. Das Orchester wirkt heute jung, willensstark und modern. Es war vorbereitet auf das 21. Jahrhundert, und Kanada dankte es dem Dutoit, den es im Jahre 1987 zum "Künstler des Jahres" wählte.

Sensationelle Klangqualität: Französische Klassiker  

Legendär sind seine Aufnahmen zu Beginn der 1980er Jahre. In dieser frühen Phase des digitalen Zeitalters kam Dutoit mit Produzenten und Aufnahmetechnikern von Decca zusammen. Alle verfolgten sie gemeinsam ein Ziel: gefühlsstarke Musik in allerhöchster Klangqualität. Dutoit zeichnete für das orchestrale Niveau verantwortlich und Deccas Technikpioniere loteten die neuen Möglichkeiten des digitalen Verfahrens aus. Die Ergebnisse sind überwältigend, und sie lassen sich jetzt auf "Charles Dutoit / Montréal Recordings" ausgiebig genießen.

Die limitierte Edition umfasst 35 Tonträger. Ein Großteil der Aufnahmen wurde in der Kirche St. Eustache eingespielt, die für ihre ausgewogene Akustik bekannt ist und ausgezeichnet zum Decca Sound passt. Der Klang ist vieldimensional. Jedes Detail ist zu hören. So differenziert hat man Orchestermusik kaum je gehört. Das Repertoire reicht von romantischen Meistern der französischen Tradition (Saint-Saëns, Franck) über impressionistische Vorreiter der Neuen Musik (Ravel, Debussy) bis hin zu Größen des 20. Jahrhunderts (Strawinsky, Orff).

Edle Edition: Erinnerung und Aufbruch

Viele von Dutoits Aufnahmen wurden mit Preisen bedacht, wie zum Beispiel die Interpretation der Ballettmusik "Daphnis und Chloé", das erste Album eines kanadischen Orchesters überhaupt, das Platin gewann. Etliche Klassiker säumen die Edition: Tschaikowskys "Nussknacker", Mendelssohns "Ein Sommernachtstraum", Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung", Ravels "Boléro", Debussys "La Mer" und vieles andere. Mit Mikis Theodorakis und Astor Piazzolla finden sich Grenzgänger in der Sammlung, die aus dem reichen Fundus ihrer Volkstradition schöpften, Theodorakis aus der griechischen Liedkultur, Piazzolla aus dem argentinischen Tango.    

Die Ausstattung der Box-Set-Edition lässt nichts zu wünschen übrig. Die Hüllen der CDs sind den Originalen der Ersterscheinung nachempfunden. Das Booklet enthält kurzweilige Beiträge des Journalisten Andrew Stewart und des geschäftsführenden Vize-Präsidenten von Decca Records in den Jahren 1980–1994 Ray Minshull.

Die Veröffentlichung der Box fällt terminlich zusammen mit Dutoits heiß ersehnter Rückkehr nach Montréal. Im Februar 2016 wird der große Dirigent nach 15 Jahren an zwei Konzertabenden erstmals wieder mit dem Orchestre Symphonique de Montréal auftreten. Die Karten sind bereits vergriffen. Mit Dutoit kehrt 2016 auch Decca nach Montréal zurück. Geplant sind Aufnahmeaktivitäten in der Maison symphonique de Montréal, der brandneuen Halle des Orchesters. In Kooperation mit dem seit 2006 beim Orchester von Montréal wirkenden Kent Nagano gilt es, seltenes Repertoire der Klassikgeschichte zu bergen. Auf die Ergebnisse darf man jetzt schon gespannt sein.