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26.11.2015

Vollendete Kammermusik – Limitierte Edition des Quartetto Italiano

Vor genau 70 Jahren wurde das Quartetto Italiano gegründet. Jetzt bringt Decca zu Ehren des herausragenden Streichquartetts eine limitierte Großedition mit Meisteraufnahmen der italienischen Kammerspezialisten heraus.

Quartetto Italiano, Vollendete Kammermusik – Limitierte Edition des Quartetto Italiano © Decca Quartetto Italiano mit Dino Asciolla

Es gibt nur wenige Streichquartette, die so kontinuierlich zusammenarbeiteten und mit einer solchen Perfektion musizierten wie das Quartetto Italiano.

Musik ist die Zukunft: Das Quartetto Italiano

Gegründet im Jahre 1945, schlossen sich die vier Streicher schon in ihrer Studentenzeit zusammen. Der Zweite Weltkrieg war gerade zu Ende gegangen. Es herrschte eine Stimmung der Erleichterung. Endlich konnte wieder etwas unternommen werden. Endlich war Land in Sicht. Und weil sie wussten, wie brutal die Weltpolitik jederzeit zuschlagen kann, zögerten die vier keinen Augenblick, um einen Anfang zu machen. Es galt keine Zeit zu verlieren. Jeder Moment war wertvoll.

Solange musiziert werden konnte, war die Welt in Ordnung. Wenn es darum ging, die große kammermusikalische Tradition des Abendlandes, vom Barock über die Klassik und Romantik bis hin zu den Zeitgenossen, mit Leben zu füllen, dann scheuten Paolo Borciani (1. Violine), Elisa Pegreffi (2. Violine), Piero Farulli (Viola) und Franco Rossi (Violoncello) keine Mühe. Dass sie aus unterschiedlichen Regionen Italiens kamen und die Verkehrsverhältnisse schnelle Zusammenkünfte erschwerten, war kein Hindernis für die passionierten Streicher.

Kometenhafter Aufstieg: Euphorische Nachkriegszeit

Dann musste eben gewartet werden, und die Vorfreude auf das gemeinsame Musizieren war, wenn sie langsam gesteigert werden konnte, umso größer. Die wechselseitige Treue im Ensemble spricht jedenfalls Bände. Ein früher Tausch von Bratschist Lionello Forzanti durch Piero Farulli blieb die einzige Turbulenz. 1947 war die endgültige Gestalt des Ensembles gefunden. Drei Jahrzehnte lang spielte das Quartett in dieser Formation zusammen und entwickelte mit der Zeit eine immer größere Souveränität.

Erst 1977, als Dino Asciolla den Bratschisten Piero Farulli ersetzte, erlebte das Quartetto Italiano noch einmal eine Umbesetzung. In dieser Formation bestand es dann bis zu seiner Auflösung im Jahre 1985, dem Todesjahr des ersten Geigers Paolo Borciani, fort. Die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit und die Kontinuität des Ensembles, das einen kometenhaften Aufstieg hinlegte und schnell über die Grenzen Italiens hinaus bekannt wurde, ist den Aufnahmen stets anzuhören.   

Vielschichtiger Klangkosmos: Eine herausragende Edition

Das Ensemble bebt, wenn es Beethoven spielt, es verfügt über eine sichere Eleganz, wenn es mit Haydn oder Mozart unterwegs ist, und wenn es zu Debussy oder Webern geht, dann spürt man, wie nahe die vier in den 1920er Jahren geborenen Streicher den Pionieren der jungen Moderne waren. Die Klangraffinesse ist überwältigend, und sie bildet auch eine gute Grundlage, wenn das Quartett die ebenso sinnliche wie empfindsame Musik seines Landsmannes Boccherini spielt. Das ganze Spektrum kann man jetzt erleben in der limitierten Edition "Quartetto Italiano – Complete Philips, Decca & DG Recordings".

Die Ausgabe umfasst 37 Tonträger und enthält sämtliche Aufnahmen, die das Quartett für Decca (1948–1952), Philips (1965–1977) und Deutsche Grammophon (1977) getätigt hat, darunter 10 Alben, die erstmals auf CD erscheinen. Ein besondere Perle der Edition ist die Aufnahme des Klavierquintetts in f-Moll von Johannes Brahms, mit Maurizio Pollini am Klavier, und als großes Plus der Ausgabe kann das Booklet verzeichnet werden, das einen brandaktuellen Essay des Kammermusikexperten Tully Potter enthält. Dass man in der Edition sämtliche Streichquartette von Mozart, Beethoven, Brahms, Webern und Schumann zu hören bekommt, ist ein weiterer, unschätzbarer Vorteil.