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27.10.2015
Fritz Wunderlich

Jauchzet, frohlocket! "Das Weihnachtsalbum" von Fritz Wunderlich

Es ist wieder soweit. Die Tage werden kürzer, in den Supermärkten stapeln sich Spekulatius-Pakete und das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Die beste Zeit, um sich mit schöner Musik in festliche Stimmung zu bringen.

Fritz Wunderlich, Jauchzet, frohlocket! Das Weihnachtsalbum von Fritz Wunderlich © Siegfried Lauterwasser / DG Fritz Wunderlich

Fritz Wunderlich war einer der ganz großen Tenöre des 20. Jahrhunderts, dessen unverwechselbare, klare Stimme mühelos mehr als zwei Oktaven umspannte und eine ungeheure Strahlkraft entfalten konnte. Sein unglücklicher früher Tod durch einen Treppensturz, der ihn auf dem Höhepunkt seiner Karriere 1966 mit nur 35 Jahren aus dem Leben riss, hat Fritz Wunderlich zu einer Legende werden lassen. Glücklicherweise sind viele kostbare Aufnahmen des lyrischen Tenors erhalten, die seine Stimme unsterblich machen. Mit dem Weihnachtsalbum kann man sich mit den bekanntesten Liedern und Ausschnitten aus einem großen geistlichen Werk von Johann Sebastian Bach auf das schönste Fest des Jahres einstimmen.

Traditioneller Genuss

Das berühmte "Stille Nacht" von Franz Xaver Gruber, Johann Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium" oder traditionelle Lieder wie "In dulci jubilo": Es gibt Musik, an der man sich einfach nicht satthören kann. Jahr für Jahr sind diese Klänge der sinnliche Inbegriff der Weihnachtszeit. Wenn diese Kompositionen noch dazu von den exzellentesten Gesangssolisten des 20. Jahrhunderts interpretiert werden, ist höchster Genuss garantiert. Für sein Weihnachtsalbum hat Fritz Wunderlich hochkarätige Kolleginnen und Kollegen wie die Sopranistin Gundula Janowitz, die Altistin Christa Ludwig und den Bariton Hermann Prey um sich versammelt, um gemeinsam kleine musikalische Sternstunden wie "Maria durch ein Dornwald ging", "Es ist ein Ros’ entsprungen" oder "Es kommt ein Schiff geladen" und große Arien aus Bachs Oratorium klanglich zum Strahlen zu bringen. Die Lieder wurden im Sommer 1966 nur wenige Wochen vor Fritz Wunderlichs überraschendem Tod unter der Leitung von Fritz Neumeyer für das Label Polydor eingesungen und sind ein schönes Zeugnis der engen Freundschaft, die Fritz Wunderlich mit Hermann Prey verband. Ergänzt werden die Lieder unter anderem durch das "Tempo di Menuetto" aus Tomaso Albinonis Trompetenkonzert in D-Dur oder Georg Philipp Telemanns "Siciliano" aus der Sonate in A-dur für zwei Oboen d’amore und Basso continuo, die vom Neumeyer-Ensemble meisterhaft interpretiert werden.

Festlicher Bach

Besonders berührend sind auch die Auszüge aus Johann Sebastian Bachs unvergleichlichem Weihnachtsoratorium BWV 248. Diese Aufnahme ist kurze Zeit vor den Weihnachtsliedern im Jahr 1965 entstanden. Der Dirigent Karl Richter leitete dabei den Münchener Bach-Chor und Münchener Bach-Orchester. Im Eingangsschor "Jauchzet, frohlocket!", der den ersten Teil von Bachs sechsteiligem Oratorium eröffnet, versprüht der Münchener Bach-Chor bereits soviel unbändige Festtagsstimmung, dass man bereits Mitten im Herbst ganz unwillkürlich von weihnachtlicher Vorfreude ergriffen wird. In Rezitativen wie "Es begab sich aber zu der Zeit" oder "Und Gott befahl ihnen im Traum" stellt Fritz Wunderlich die pure Schönheit seiner Stimme unter Beweis.

Das Weihnachtsalbum verbindet die beiden kostbaren Weihnachtsmusik-Einspielungen der 1960er Jahre miteinander und schafft damit ein einzigartiges Album von großem Wert, dass neben Fritz Wunderlichs Stimme auch sein intensives Gespür für Sinnlichkeit und Atmosphäre transportiert und im Booklet durch einen sehr persönlichen Text von Fritz Wunderlichs jüngster Tochter Barbara spannende Einblicke in das Weihnachtsfest im Hause Wunderlich gewährt.