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13.04.2015

Russische Seelenverwandtschaft - Das Borodin Quartet spielt Schostakowitsch

Zum 70. Jubiläum hat sich das russische Borodin Quartet mit DECCA zusammengetan, um mit brandneuen High-Definition-Aufnahmen seine innige Beziehung zu den Streichquartetten von Dmitri Schostakowitsch zum Ausdruck zu bringen.

Borodin String Quartet, Russische Seelenverwandtschaft - Das Borodin Quartet spielt Schostakowitsch ©Decca/Andy Staples Borodin String Quartet

Die 15 Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch sind für das Borodin Quartet der perfekte musikalische Stoff, um sich künstlerisch richtig auszutoben. Zum Start einer Gesamtaufnahme der Schostakowitsch-Quartette erscheint ein Album, das mit dem ersten, achten und vierzehnten Quartett bereits einen spannenden Einblick in die kompositorische Entwicklung des russischen Komponisten innerhalb des Quartett-Genres präsentiert.

Meilensteine im Gesamtwerk

Die musikalische Gefühlswelt des ersten Streichquartetts mit der Opuszahl 49 aus dem Jahr 1938 ist reich an kreativen Schattierungen: Nachdenklichkeit und gelassende Heiterkeit prägen den C-Dur Charakter. Das Streichquartett Nr.8 op.110 steht hingegen in c-Moll. Es ist 1960 in der Nähe von Dresden entstanden und den Opfern des Faschismus gewidmet. Zugleich ist es eine Art Requiem für Schostakowitsch selbst, denn er sagte: "Ich dachte darüber nach, dass, sollte ich irgendwann einmal sterben, kaum jemand ein Werk schreiben wird, das meinem Andenken gewidmet ist. Deshalb habe ich beschlossen, selbst etwas Derartiges zu schreiben."

Nach einem Schlaganfall im Mai 1966 war Schostakowitsch die letzten neun Jahre seines Lebens immer öfter kränklich und zunehmend ans Krankenhausbett gefesselt. 1973 hat er sein vorletztes Streichquartett mit der Nr.14 in Fis-Dur, op.142 geschrieben, aus dem eine große Lebenserfahrung und zugleich glühender Weltschmerz spricht. Seine Zwei Stücke für Streichquartett, op.36a - eine Elegie und eine Polka - runden das Programm des ersten Albums der Schostakowitsch Gesamteinspielung des Borodin Quartet ab.

Musikalische Zeitzeugen                       

Das russische Borodin Quartet ist eines der ältesten und erfolgreichsten Streichquartette unserer Zeit. Auch wenn sich die Besetzung über die Jahre naturgemäß verändert hat, so ist sich das Quartett klanglich immer treu geblieben. Das liegt auch daran, dass alle Mitglieder des Quartetts am Moskauer Konservatorium ausgebildet worden sind. Mit der Musik von Schostakowitsch waren und sind die Musiker besonders eng verbunden, denn der Komponist hat zu Lebzeiten die Arbeit an seinen Werken persönlich betreut. Diesen inspirierenden Einfluss haben die Musiker von Quartettgeneration zu Quartettegeneration an die nachfolgenden Mitglieder weitergegeben. Heute besteht das Borodin Quartet aus Ruben Aharonian, Sergei Lomovsky, Igor Naidin und Vladimir Balshin. Mit ihrer aktuellen Aufnahme überzeugen die vier Musiker auf ganzer Linie. Die australische Tageszeitung "The Australian" stellte zurecht fest: "Es gibt kein größeres Kammermusikerlebnis, als das Borodin Quartet die Musik von Schostakowitsch spielen zu hören."