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07.05.2014
Virtuoso

Große Klassik, leicht gemacht - Neue Folgen der Serie Virtuoso

Mit ihren acht neuen Folgen wächst die noch junge Serie Virtuoso auf stolze 153 Titel – ein eindeutiges Zeichen für ihre Akzeptanz bei den Klassikhörern. Wir stellen vier der neuen Folgen vor, mit Meisterwerken von Janáček, Schubert, Brahms und Mahler.

Virtuoso, Große Klassik, leicht gemacht © Deutsche Grammophon Die Serie Virtuoso

Im Oktober 2011 erschienen die ersten Folgen der Serie Virtuoso, die sich mit exzellenten Aufnahmen von Meisterwerken an Klassik-Einsteiger wendet. Die in der Serie neu aufgelegten Katalogaufnahmen von Decca und Deutsche Grammophon bieten nicht nur die Möglichkeit, die Welt der Klassik anhand vorzüglicher Interpretationen zu einem geringen Preis zu entdecken. Dank innovativer Begleittexte mit Verweisen auf Epochen, Komponisten und weitere empfehlenswerte Aufnahmen erhellt Virtuoso zudem auch Hintergründe für ein intensiveres Studium. Mit den dieser Tage erscheinen acht neuen Folgen bringt es die Serie jetzt auf ganze 153 Veröffentlichungen. Ein beeindruckendes Wachstum! Vier neue Titel möchten wir kurz vorstellen.

Janáček: Glagolitische Messe

Sie ist nicht für den liturgischen Gebrauch bestimmt und hatte in den Augen ihres Schöpfers wenig mit organisierter Religion zu tun: die Glagolitische Messe (1926). Janáček brachte in dieser höchst lebensbejahenden Schöpfung seinen freien und diesseitig orientierten Naturglauben zum Ausdruck. Er charakterisierte sie als ein Werk „ohne die Düsternis mittelalterlicher Klosterverliese in den Motiven, ohne den Widerhall der immer gleichen Imitationsgeleise, ohne den Widerhall von Beethovens Pathos, ohne Haydns Verspieltheit“. Als Grundlage diente Janáček ein altertümlicher liturgischer Text, abgefasst im alten Kirchenslawisch, der glagolitischen Schriftsprache. Seine prachtvolle Messe ruft einen großen Chor, Solisten sowie ein gewaltiges Orchester mit Harfen, Celesta und großer Orgel auf. Die für die Neuauflage in der Reihe Virtuoso ausgewählte Einspielung wurde durch das Royal Philharmonic Orchestra und den Brigthon Festival Chorus unter der Leitung von Rudolf Kempe realisiert. „Energetisch, lebhaft und brillant gespielt“, urteilt Gramophone.

Schubert: Moments Musicaux

Der Titel stammt vermutlich nicht von Schubert selbst und es ist fraglich, ob es die Entscheidung seines Verlegers war, die sechs kurzen Klavierstücke zusammen als Moments Musiceaux zu veröffentlichen. Mendelssohn hat später den Ausdruck Lieder ohne Worte geprägt. Er bezeichnet auch diese Klavierstücke von Schubert treffend. Obwohl es sich um Werke geringen Umfangs handelt, sind sie immens in ihrem Reichtum an Schönheit, emotionalem Ausdruck, künstlerischer Bedeutung und Einfluss auf nachfolgende Komponisten. Von Alfred Brendel, einem der bedeutendsten Schubert-Interpreten, werden diese Perlen mit tiefem Verständnis, intensiv im Ausdruck und voll Leidenschaft dargeboten. Lyrisch im Anschlag und gleichwohl zupackend vermag es der österreichische Pianist, sein Spiel fein zu nuancieren und scharf zu akzentuieren.

Brahms: Ein Deutsches Requiem

Als Norddeutscher war Brahms durchdrungen von den Traditionen des Protestantismus. Im Unterschied zu Bach glaubte er jedoch nicht an ein Leben nach dem Tod. Er beabsichtigte weder, sein Requiem nach dem Vorbild einer lateinischen Totenmesse zu schreiben, noch damit falsche Hoffnungen auf eine Auferstehung zu denunzieren. Stattdessen richtet sich sein Werk für Sopran und Bariton, Chor und Orchester an die Lebenden. Das eröffnende „Selig sind, die da Leid tragen“ fungiert dabei wie ein Motto. In den folgenden Sätze wird das Thema Tod aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Mit „Selig sind die Toten“ endet das Werk in einer Haltung von Gefasstheit und Akzeptanz, die auch in der pastoralen Tonart F-Dur zum Ausdruck kommt. Virtuoso präsentiert eine der bekanntesten Aufnahmen des Werks aus den frühen 1980er Jahren. Giuseppe Sinopoli leitet die Tschechische Philharmonie, den Prager Philharmonischen Chor. Es singen Lucia Popp (Sopran) und Wolfgang Brendel (Bariton).

Gustav Mahler: 9. Symphonie

Beethoven, Schubert, Dvorak und Bruckner – keinem dieser Komponisten war es vergönnt, mehr als neun Symphonien zu vollenden. Dieses Bewusstsein begleitete Gustav Mahler bei der Arbeit an seiner eigenen Neunten. Tatsächlich sollte er damit sein letztes vollendetes Werk komponieren. Mahlers revolutionärer Entwurf stieß auf Ablehnung beim überforderten Wiener Publikum. In diesem Meisterwerk spätromantischer Musik kündigte sich das Ende der Tonalität an. Die Neutöner Schönberg und Berg erkannten dagegen sofort die Bedeutung des Werks und feierten es als Übergang in eine neue musikalische Epoche. Leonard Bernstein sah eine Allusion an Mahlers unregelmäßigen Herzschlag in dem zögerlichen, synkopierten Rhythmus zu Beginn des ersten Satzes, der später „mit höchster Gewalt“, als plötzlicher Einbruch des Todes in der Mitte des Lebens, wiederkehre. Virtuoso präsentiert eine Aufnahme des unlängst verstorbenen Dirigenten Claudio Abbado und der Wiener Philharmoniker. „Abbados Interpretation des großen ersten Satzes ist ein Triumph von Architektur und Drama“, urteilt das Gramophone Magazine.