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13.03.2014
Decca Opera

Weißwurst oder Salami - Puccini und Strauss in der Serie Decca Opera

Die Klassikserie Decca Opera präsentiert drei neue Folgen mit Gesamtaufnahmen bedeutender Opernwerke: Puccinis "Il trittico" und die Strauss-Werke "Capriccio" und "Die Ägyptische Helena".

Decca Opera, Weißwurst oder Salami - Puccini und Strauss in der Serie Decca Opera © Decca Decca Opera - Strauss, R.: Capriccio

Die neue Staffel von Decca Opera widmet sich zwei Komponisten, die nicht besonders gut aufeinander zu sprechen waren. Giacomo Puccini bezeichnete die "Elektra" von Richard Strauss einmal als „Horror“ und seine "Ariadne auf Naxos" als „Schrott“. Strauss, dessen 150. Geburtstag 2014 gefeiert wird, revanchierte sich mit einem recht bizarren Vergleich. Puccini sei „einer delikaten Weißwurst“ vergleichbar, die rasch verzehrt werden müsse, „während die Salami“ (Strauss) „eben doch ein bißchen länger“ vorhalte, schrieb er dem Dirigenten Clemens Krauss. Entscheiden Sie am besten selbst, was Ihnen besser mundet …

Die Ägyptische Helena | Richard Strauss

Helenas Schönheit hat Unheil über Griechenland gebracht. Erst nach zehnjährigem Blutvergießen im Kampf gegen Troja gelingt es Menelas, seine Gattin zu befreien und ihren Entführer Paris zu töten. Nun will er, von den Kriegsschrecken traumatisiert und vor Eifersucht rasend, auch Helenas Leben ein Ende setzen. Die ägyptische Zauberin Aithra bringt Menelas dank einer Täuschung von seinem Vorhaben ab und erwirkt schließlich die Versöhnung des Paares. "Die Ägyptische Helena" ist die vernachlässigte Stiefschwester unter den Opern, die Richard Strauss und sein bevorzugter Librettist Hugo von Hofmannsthal geschrieben haben. Einen Grund dafür sieht man darin, dass die zwei hochdramatischen Rollen für Tenor und Sopran ans Limit des stimmlich Möglichen gehen. Zudem gilt die Oper als schwer zu inszenieren. Erst 1979, ein halbes Jahrhundert nach ihrer Premiere, wurde sie erstmals kommerziell aufgenommen. Diese legendäre Einspielung mit Gwyneth Jones, Matti Kastu, Barbara Hendricks und dem Detroit Symphony Orchestra unter Antal Doráti erscheint nun bei Decca Opera. „Dorati verleiht der Partitur ihre ganze dynamische Größe und ihre Poesie“, urteilte das Gramophone Magazine. „Gywneth Jones’ Stimme ist überwältigend“.

Capriccio | Richard Strauss

Text und Musik verschmelzen auf der Opernbühne zu einer Einheit. Doch was hat größeren Wert? In der letzten Oper von Richard Strauss entbrennt über diese Frage ein Streit zwischen dem Dichter Olivier, Komponist Flamand und Impresario La Roche. Gräfin Madeleine muss zwischen dem Poeten und dem Musiker wählen. Zur Entscheidung kann sie sich freilich nicht durchringen. Strauss lies den Ausgang von "Capriccio", seines „Konversationsstücks für Musik“, offen. Er war sich sicher, damit einen „Leckerbissen für kulturelle Feinschmecker“ geschaffen zu haben, mit dem das große Publikum wohl wenig anzufangen wisse. Ein Irrtum. "Capriccio" ist eine der am häufigsten gespielten unter seinen späten Opern. Zu ihrer Popularität hat die neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa viel beigetragen. Sie verkörperte die Gräfin mit einer idealen Mischung aus Witz, Verletzlichkeit und stimmlicher Gewandtheit. „Ihr Monolog, gesungen vor einem Spiegel – dem Publikum – zählt zu ihren größten Leistungen auf der Opernbühne überhaupt.“ (New York Times) Decca Opera präsentiert die von ihr 1993 mit den Wiener Philharmonikern unter Dirigent Ulf Schirmer gemachte Aufnahme mit Tenor Uwe Heilmann und den Baritonen Håkan Hagegård und Olaf Bär.

Il trittico | Giacomo Puccini

Eine Ehefrau, ihres Sohnes beraubt, sucht Trost bei einem Liebhaber. Die Mutter eines unehelichen Kindes wird von ihrer Familie in ein Kloster verbannt. Ein junges Mädchen bittet um die Erlaubnis ihres Vaters, den Mann zu heiraten, den sie liebt. Die Heldinnen der drei Einakter "Il tabarro" (Der Mantel), "Suor Angelica" (Schwester Angelica") und "Gianni Schicchi", die Giacomo Puccini für seinen abendfüllenden Opernzyklus "Il trittico" ersonnen hat, haben wenig gemeinsam. Es ist selten, dass alle drei Teile von einer einzelnen Interpretin gesungen werden, sind sie doch für unterschiedliche Sopran-Fächer geschrieben: dramatisch, lyrisch und spinto. Die italienische Sopranistin Renata Tebaldi hat diese Tour de Force in den frühen 1960er Jahren für Decca gemacht und damit Aufnahmegeschichte geschrieben. Zur Seite standen ihr neben Sängern wie Mario del Monaco, Robert Merrill und Fernando Corena der Chor und das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino unter Maestro Lamberto Gardelli.