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13.11.2013

Spanish Landscapes: Leticia Moreno veröffentlicht Debüt-Album

Spanish Landscapes © Deutsche Grammophon Leticia Moreno

Bolero, Zarzuela und Flamenco verbinden viele mit typisch spanischer Musik. Komponisten wie Manuel de Falla, Isaac Albéniz und Pablo de Sarasate sind zumindest Klassikfans noch ein Begriff, doch Kenner der zu unrecht unbekannteren Komponisten Joaquín Turina, Enrique Granados und Ernesto Halffter sind eine Seltenheit. Das zu ändern ist der Ansporn der jungen spanischen Geigerin Leticia Moreno. Sie eröffnet im Duo mit der ebenfalls spanischen Pianistin Ana-María Vera den Deutsche Grammophon-Hörern einen Blick auf die Welt der spanischen Kammermusik und stellt zehn spanische Kompositionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zusammen. Ihr Spiel zeigt düstere, geheimnisvolle, ironische, hoch dynamische, träumerische und tänzerische Werke spanischer Meister, die abseits des Klischees eines immerzu lachenden, sonnenbadenden Spaniers ein tiefgründigeres, facettenreicheres Land aufzeigen – das einer an Gefühlswelten und Klanglandschaften reichen europäischen Kultur.

Nachwuchsgeigerin aus Madrid

1985 in Madrid geboren, begann Leticia Muñoz Moreno bereits im zarten Alter von drei Jahren mit der Suzuki-Methode das Geigen- und Klavierspielen. Erste Auftritte folgten mit fünf, Konzerte mit großen Sinfonieorchestern mit elf. Später studierte sie bei hochrangigen Lehrern wie Zakhar Bron, Reina Sofía, Maxim Vengerov und David Takeno in Madrid, Köln, Saarbrücken und London und ebnete sich damit den Weg zu einer internationalen Karriere, die mit dem Deutsche Grammophon-Debüt "Spanish Landscapes" einen ersten Höhepunkt erreicht. Dirigenten wie Christoph Eschenbach loben die Nachwuchsgeigerin mit Nachdruck vor allem für ihre brillante Technik, eine berührende Musikalität sowie für ihr beeindruckendes Charisma.

Spanische Komponisten vorstellen – eine Herzensangelegenheit

Besser als mit Musik landsmännischer Komponisten könnte sich Leticia Moreno einem internationalen Publikum nicht vorstellen – Klassikfans wiederum hätten kaum Möglichkeiten, authentischer und farbechter in spanische Klanglandschaften einzutauchen. Gleich das erste Werk des Albums ist ein Volltreffer: "El poema de una Sanluqueña" des zu Unrecht unterschätzten Komponisten Joaquín Turina (1882–1949) ist eine Fantasie voller mystischer Schönheit und sinnlicher Melancholie, die Leticia Moreno und Ana-María Vera in einem atemberaubend sensiblen Zusammenspiel präsentieren. Der neunjährige Aufenthalt Turinas in Frankreich hinterließ auch musikalisch seine Spuren, so sind Einflüsse von Maurice Ravel und Claude Debussy nicht zu überhören. Ein neues Landschaftsbild entsteht mit dem zweiten Werk auf dem Album, der "Suite Populaire Espagnole" von Manuel de Falla (1876–1946). Auch er kehrte nach dem Ersten Weltkrieg in seine spanische Heimat zurück und brachte Eindrücke aus Paris mit, die sich musikalisch niederschlugen und mit spanischem Temperament vermengten. Wundervoll schließt Leticia Moreno ihr Debüt-Album mit einem eigenen Arrangement von Federico García Lorcas (1898–1936) "Nana de Sevilla" ab und beweist hier sogar kompositorisches Talent. Rundum ist "Spanish Landscapes" eine leidenschaftliche, mystische und tänzerische Reise in ein geheimnisvolles Land, das sich mit Leticia Morenos Geigenschwung authentisch und in voller Schönheit präsentiert.