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15.10.2013
Yannick Nézet-Séguin

The Yannick Experience: "Der 100.000-Volt-Dirigent" (Fono Forum)

Yannick Nézet-Séguin, The Yannick Experience © Harald Hoffmann / DG Yannick Nézet-Séguin

Er also ist der Nachfolger von Esa-Pekka Salonen in den kommenden drei Jahren als Exklusivkünstler am Konzerthaus Dortmund. Das Konzerthaus wird für ihn, den Globetrotter, einen europäischen Fixpunkt bilden. Er ist das, um die »New York Times« zu zitieren, worauf die Orchesterwelt sehnlichst gewartet hat: ein junger charismatischer Dirigent, der gleichermaßen die Gunst der Orchester wie des Publikums zu gewinnen versteht und sogar die Kritiker zu exaltiertem Schwärmen hinreißt.

Text: Andreas Kluge | Foto: Harald Hoffmann / DG

Fünf Jahre ist es her, dass es zur ersten Begegnung mit Yannick Nézet-Séguin kam, noch vor seinem ersten Dortmunder Auftritt am Pult des Rotterdam Philharmonic Orchestra. Der Ruf eines ausgesprochenen »Brains« eilt ihm voraus, eines Überfliegers und jugendlich-genialen Dirigenten, der eine Partitur blitzartig erfassen kann. Das anschließend erschienene Interview im Konzerthaus-Magazin führte ihn ein als »Shooting-Star der jungen Dirigentengeneration« – und auch aus heutiger Perspektive betrachtet mit allem Recht: Fünf Jahre und ungezählte Konzert später – darunter vier höchst glanzvolle Dortmunder Auftritte – schwimmt er jetzt auf einer Riesenwelle des Erfolgs, und es ist kaum abzusehen, wohin sie ihn noch weiter tragen wird. Möglich scheint, ohne Übertreibung, alles. Zum vielleicht begehrtesten Dirigenten seiner Generation ist er gereift. Die Orchester, Konzert- und Opernhäuser von Rang und Namen stehen Schlange, jeder will ihn haben.

Sein Dortmunder Antrittskonzert gestaltete Yannick im September mit den Rotterdamern: Passend zu seinem aktuellen Deutsche Grammophon-Album stand u.a. Tschaikowskis 6. Symphonie, „Pathetique“, auf dem Programm. Am Folgetag dann das Kontrastprogramm: »Der Fliegende Holländer«; ein Cast hochrangiger Solisten und der Chor der Nederlandse Opera kamen hinzu. Einen noch stärkeren Kontrast zu Tschaikowski bildet allerdings das Programm seines zweiten Albums, parallel zur „Pathetique“ veröffentlicht: eine Hommage an Leopold Stokowski, den genialen Dirigenten, Arrangeur und jahrelangen Chefdirigenten des Philadelphia Orchestra. Und hier schließt sich dann der Kreis zwischen Yannick Nézet-Séguin, dem Rotterdam Philharmonic, dem Konzerthaus Dortmund, der Deutschen Grammophon und The Philadelphia Orchestra: denn er ist Chefdirigent in Rotterdam wie in Philadelphia und Exklusivkünstler in Dortmund und auf Deutsche Grammophon!

Und spätestens seit den Aufführungen und der anschließenden Veröffentlichung des Mitschnitts von Mozarts „Don Giovanni“ aus dem Festspielhaus Baden-Baden auf Deutsche Grammophon gilt der kanadische Dirigent Yannick Nézèt-Seguin auch in Deutschland unter Experten und beim Publikum als Geheimtipp und ein Musiker, den man gehört, nein: erlebt haben muss.